Ruhiger Garten mit Walnussbaum als Sinnbild für innere Ruhe

Der Ruhe entgegen

Liebe Leserin, lieber Leser, heute schreiben wir Ihnen aus dem inzwischen zurückeroberten Garten bei Jena; unter einem schattigen Walnussbaum-Blätterdach sitzend. Und so war es, bevor wir den Coachingbrief heute Nachmittag begonnen haben zu schreiben: Wir sitzen im Garten und genießen die Stille, die nur hin und wieder durch die Rufe von Greifvögeln durchdrungen wird. Blätter rauschen im warmen Sommerwind und ein Springbrunnen beim Nachbarn plätschert fröhlich vor sich hin. Im Moment passiert gerade wenig. Genau genommen… gar nichts. Und vielleicht ist genau das so wohltuend. Es gibt gerade keine Verpflichtungen, die jetzt unsere Aufmerksamkeit dringend benötigten. Keine Nachrichten, auf die es jetzt sofort eine Antwort bräuchte. Keinen Gedanken, der jetzt sofort zu Ende gedacht werden möchte. Die Zeit vergeht allein mit „Dasitzen“. Einfach mal nur sitzen und schauen. Und lauschen. Ach ja, und atmen. Und da sein. Dann ändert sich etwas. Eine Idee formt sich, erzeugt innerlich Freude, ruft nach Umsetzung. Ich (Anja) greife zum Laptop… Herzliche Grüße, heute von uns beiden aus Stadtroda Anja Palitza & Olaf Hartke

Kreise im Wasser als Sinnbild für Veränderung durch Gewaltfreie Kommunikation

Wenn eine Haltung beginnt, Kreise zu ziehen

Liebe Leserin, lieber Leser, vielleicht kennen Sie diesen Gedanken auch: „Was kann ich als einzelner Mensch schon bewirken?“ Angesichts der weltpolitischen Lage und der gesellschaftlichen Entwicklung könnten uns immer wieder Zweifel überfallen, was unsere Arbeit bezüglich der Verbreitung der Gewaltfreien Kommunikation hinsichtlich eines friedlichen Miteinanders auf der Welt denn wirklich so ausrichten kann. Doch wir sind nach wie vor zuversichtlich, weil unser Vertrauen und damit auch unsere Energie, immer wieder von Momenten wie diesen genährt werden: Alexio Schulze-Castro, einer unserer Trainerkollegen im Team von K-Training, berichtete uns von einer Seminarteilnehmerin und dem, was sie ihm geschrieben hat. Die Mitteilung der Kundin hat uns alle drei berührt und erfreut. Wenn wir Sie neugierig gemacht haben, so lesen Sie gern weiter. Herzliche Grüße von uns beiden, heute aus einem nicht mehr so verwunschenen Garten bei Jena, Anja Palitza & Olaf Hartke

Ampelsystem zur Verhaltensbewertung von Kindern – Symbolbild zum Coachingbrief "Was bleibt, wenn niemand schützt"

Was bleibt, wenn niemand schützt – ein persönlicher Coachingbrief über Kinder, Bewertungen und das Bedürfnis nach Verbundenheit

Liebe Leserin und lieber Leser, ein Beitrag bei LinkedIn über ein Ampelsystem in einer Schule hat mich (Anja) in den vergangenen Tagen besonders bewegt. Es ging darin um ein System, bei dem Kinder einer grünen, gelben oder roten Kategorie zugeordnet werden, je nach gezeigtem Verhalten: Grün - das Verhalten war gut Gelb - das Verhalten ist grenzwertig und es gab schon Verwarnungen Rot- das Verhalten des Kindes geht gar nicht Dahinter werden die Namen der Kinder aufgelistet; diese Liste hängt dann sichtbar im Klassenzimmer aus. Die Absicht dahinter mag sein, Orientierung zu geben und Kindern eine Rückmeldung über ihr Verhalten zu ermöglichen. Gleichzeitig frage ich mich: Was geschieht in einem Kind, wenn sein Name öffentlich mit einer negativen Bewertung verknüpft wird? Wie leicht wird aus der Botschaft „Dein Verhalten war nicht in Ordnung“ die innere Überzeugung „Mit mir stimmt etwas nicht“? Mich berührt das Thema tief, weil ich als Kind selbst erlebte, wie schmerzhaft Ablehnung ohne das Eingreifen Erwachsener sein kann. Ab der fünften Klasse wurde ich eine Zeitlang von Mitschüler:innen beleidigt und manchmal auch körperlich angegangen. Es veränderte sich später in ein konsequentes, stilles Ausgrenzen. An Unterrichtsmomente kann ich mich nur wenig erinnern, wohl aber an die damalige Angst, Einsamkeit und Ohnmacht. Ob die Lehrkräfte wissend wegsahen oder ratlos bezüglich Maßnahmen waren, blieb während und auch nach dieser Zeit für mich offen. Zurück blieb die Erfahrung, dass man auch unter Menschen, die einen Schutzauftrag haben, mit seiner Not allein sein kann – und die Idee entwickeln kann, nicht schützenswert zu sein. Genau deshalb lässt mich das Thema nicht los, wenn in Systemen, Kinder öffentlich bewertet werden. Nicht, weil ich glaube, dass Lehrkräfte Kindern schaden möchten. Ich kenne viele engagierte Pädagog:innen, die jeden Tag ihr Bestes geben und Kinder begleiten möchten. Vielmehr frage ich mich: Was bringt Menschen dazu, solche Instrumente einzusetzen, und welche Unterstützung brauchen Pädagog:innen, um auch in herausfordernden Situationen andere Wege zu finden? Darum soll es in diesem heutigen Coachingbrief gehen. Herzliche Grüße von uns beiden aus Jena und Bielefeld, Anja Palitza & Olaf Hartke

Das Leben auskosten – Sommersonnenwende als Moment des Innehaltens

Das Leben auskosten – Zeit, die mir etwas gibt

Liebe Leserin, lieber Leser, wenn Sie diese Zeilen heute am Montag lesen, sind wir vielleicht gerade mit den Vorbereitungen für unser nächstes GFK-Einführungsseminar am 27./28. Juni in Jena beschäftigt. Wir freuen uns jedes Mal auf diesen besonderen Ort. Das Yoga-Studio Maisha hat für uns eine ganz eigene Atmosphäre. Mit viel Liebe zum Detail haben Kati und Robert Bock die Räume gestaltet. Schon beim Ankommen entsteht ein Gefühl von Ruhe und Herzlichkeit, das viele Teilnehmende sofort wahrnehmen. Wir freuen uns beim Schreiben dieser Zeilen auch schon auf die Menschen, die wir dort kennenlernen werden. Wir mögen die Vorfreude auf Begegnungen, Gespräche und gemeinsame Lernerfahrungen. Und wir genießen es, wenn Gedanken an die Zukunft bereits in der Gegenwart kleine Glücksgefühle erzeugen. Manchmal ist es ja auch anders. Dann ist man so beschäftigt, dass man nicht mal die gegenwärtigen Situationen in der Fülle und Vielfalt ihrer Möglichkeiten bewusst wahrnimmt. Vielleicht passt es deshalb gut, dass wir in dieser Woche über einen besonderen Zeitpunkt im Jahr nachdenken. Gestern war Sommersonnenwende – der längste Tag des Jahres. Herzliche Grüße aus Jena und Bielefeld Anja Palitza & Olaf Hartke

Neue Erfahrungen verändern Haltung – zu viele Worte im Kopf

Wenn neue Erfahrungen das verändern, was Worte allein nicht können

Liebe Leserin und lieber Leser, wir gehen in dieser Ausgabe einer Frage nach, die uns immer wieder begegnet: „Wie entsteht eine neue Haltung – sich selbst und anderen Menschen gegenüber?“ Eine kurze Antwort vorab: Sie entsteht nicht allein in unserem Denken. Sie benötigt zur Entwicklung auch eine neue Art, mit Gefühlen umzugehen, bedarf neuer Reaktionsmuster und wiederkehrende Erlebnisse und Erfahrungen

Ein Onlinekongress und ein Filmtipp und vieles mehr

Liebe Leserin und lieber Leser, wir sind über einen Satz von Vivian Dittmar gestolpert, die in einem Interview mit Gerhard Rothaupt sagte:  „…dass in der Welt mindestens so viele Probleme erzeugt werden von Menschen, die ihre Macht nicht wahrnehmen und einsetzen, wie durch Menschen, die ihre Macht missbrauchen.“ Dieser Gedanke, den wir selbst auch in uns bewegen, führt uns beide immer wieder in Gespräche, in denen wir überlegen, was wir zum friedlichen Miteinander beitragen können. Hier kommt ein nächster kleiner Beitrag: Ein Hinweis auf einen bald stattfindenden Onlinekongress und ergänzende Information und Inspiration dazu. Herzliche Grüße und ein frohes Osterfest, senden Ihnen heute aus Jena und Bielefeld Anja Palitza & Olaf Hartke

646 /2024 Jetzt lohnt es sich, Briefe zu schreiben …

Liebe Leserin, lieber Leser, heute Nacht standen wir auf einem Campingplatz bei Barcelona und haben den Morgen am Strand verbracht. Wir haben Wellenreitern, Jongleuren, Yoga-Übenden und Badenden zugeschaut und ein wenig vor uns hingeträumt. Noch haben wir nicht unseren Arbeits-Reise-Rhythmus gefunden. Immer wieder beschäftigt uns auch das Sortieren unseres Equipments in unserem Mini-Camper. Die Frage, …

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635/2024 Der Weg lohnt sich

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser, unser Kollege Peter Schmid vom gemeinsamen Projekt „K-Training“ hat für seinen GFK-Podcast eine weitere Aufnahme erstellt. Er hat für diese Ausgabe drei ehemalige TeilnehmerInnen unserer TrainerInnen-Ausbildung interviewt. Mirjam Binder aus Erfurt, Sabine Dieterle aus Tübingen und Lukas Osburg aus Jena/Weimar. Wir denken nach dem Hören, dass der Beitrag Mut …

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633/2024 Vom Mut, sich zu zeigen

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser, „Ich bin eure Stimme“ ist ein Buch von Nadia Murad, das mich, Anja, zutiefst bewegt und berührt hat. Nadia ist eine heute 30-jährige jesidische Frau, die immer wieder auf internationaler Ebene für die Rechte der Überlebenden von sexualisierter Gewalt und Menschenhandel eintritt. Sie engagiert sich aktiv für Bekämpfung von …

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