Über uns

Anja Palitza

  • M.A. für Erziehungswissenschaft, Psychologie und Sport
  • Familienberaterin (DGSF)
  • Kommunikationstrainerin

Arbeitsfelder

  • Anstellung als systemische Familienberaterin im Kinder-und Jugendheim Ranis
  • Ehrenamtliche Sterbe- und Trauerbegleiterin im Hospiz Jena
  • Freiberufliche Kommunikationstrainerin

http://www.mit-einander-wandeln.de


Olaf Hartke

  • Psychologischer Berater und Psychotherapeut nach HPG
  • Kommunikations- und Managementtrainer

Arbeitsfelder

  • Unternehmer und Unternehmercoach
  • Gewaltfreie Kommunikation und Mitarbeiterführung in Unternehmen und Organisationen

http://www.erfolgsschritte.de

http://www.ab-ins-kloster.de


Gemeinsames Buch: Heute gewaltfrei 366 Denkanstöße für jeden Tag

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 Ein Interwiev

Frauke Ratzke, Moderatorin der Xing-Gruppe: Gewaltfreie Kommunikation, hat im November 2012 ein Interview mit Anja Palitza und Olaf Hartke geführt.

Frauke Ratzke: Wie bist du zur Gewaltfreie Kommunikation gekommen? Gab es da ein Schlüsselerlebnis?

Anja: Es gab eine herausragende Begegnung weitab von Gewaltfreier Kommunikation und doch ganz dicht daran. In einem Praktikum haben mich zwei Menschen begleitet, bei denen ich mich angenommen, wertgeschätzt und ganz sicher – im Bezug auf mein „Sosein“ – erlebt habe. Vergleichbares ist mir vorher noch nicht begegnet. Das hat mich tief beeindruckt.

Olaf: Von einem Trainerkollegen habe ich das Buch „Gewaltfreie Kommunikation“ empfohlen bekommen und weil ich dachte: „Das braucht doch kein Mensch – und ich erst recht nicht.“, habe ich es zwei Jahre lang nicht gelesen. Und dann doch. Und seit dem bin ich infiziert.

Frauke Ratzke: Was genau ist es, das dich an der Gewaltfreien Kommunikation begeistert?

Anja und Olaf: Die Gewaltfreie Kommunikation bietet uns Möglichkeiten, beständig zu lernen und zu wachsen. Unsere Werte sind uns durch die Gewaltfreie Kommunikation bewusster geworden und es fällt uns leichter, sie im Berufs- und Privatleben zu integrieren und für sie einzustehen.

Frauke Ratzke: Hast du eine Metapher für Empathie?

Anja: Die Empathie ist für mich eine Insel, auf deren festem Boden ich stehe. Um mich herum, im Meer der Sympathie und Antipathie, gibt es Menschen in Seenot. Von meiner sicheren Insel aus, kann ich ihnen Kommunikations-Rettungsringe zuwerfen.

Frauke Ratzke: Welche persönlichen Veränderungen hast du mit der Gewaltfreien Kommunikation selbst machen können? Nenne ein Beispiel, an dem du spürst, wie die Gewaltfreie Kommunikation deinen Alltag verändert hat.

Anja: Durch die Gewaltfreie Kommunikation bin ich mutiger geworden und setze mich inzwischen engagiert für meine Bedürfnisse nach Frieden und Verständigung ein. Beispielsweise habe ich mir gerade diesen Traum erfüllt: Ich bin im Sommer 2012 in drei Monaten 1.400 Kilometer entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze von Bayreuth nach Travemünde gewandert. Etwa 140 Menschen haben mich dabei begleitet. Gemeinsam haben wir die Gewaltfreie Kommunikation unterwegs „gelebt“ und unsere Kenntnisse in Vorträgen, Seminaren und Begegnungen mit den Menschen in den Gemeinden geteilt.

Frauke Ratzke: Was bedeutet Social Change in der Gewaltfreien Kommunikation für dich?

Anja und Olaf: Im Sommer 2009 konnten wir Marshall B. Rosenberg in einem International Intensive Training (IIT) kennen lernen. Seine Sehnsucht nach Frieden und sein unermüdlicher Einsatz für eine friedlichere Welt, haben uns sehr bewegt. Seine Energie hat unsere eigene Sehnsucht nach Veränderung in der Welt entflammt. Heute setzen wir einen großen Teil unserer Arbeitszeit dafür ein, dass Kinder in dem Vertrauen aufwachsen können, dass ihre Bedürfnisse genauso wichtig sind, wie der „großen Menschen“.

Frauke Ratzke: Ihr bietet als Dozententeam Gewaltfreie Kommunikation in den Bereichen Kindererziehung und Mitarbeiterführung an. Wie seid ihr darauf gekommen und warum engagiert ihr euch genau in diesen Bereichen?

Anja: Mein Ausbildungs- und Arbeitsschwerpunkt liegt in dem Bereich „Kindererziehung und Familie“. Und in Olaf´s Seminaren in Unternehmen geht es häufig um die Verbindung von Beruf und Familie.

Olaf: Mein Schwerpunkt ist der Bereich „Mitarbeiterführung“. Wenn wir allerdings Gewaltfreie Kommunikation durch Anja´s Seminare in Kitas, Kinderheimen und Schulen bringen, kommen wir dort auch in der Regel zu den Führungsfragen der Leitung und der Teams.

Anja und Olaf: In unserer Arbeit nehmen wir Abstand, von den Begriffen „Erziehung“ und „Führung“. Wir vermitteln in beiden Bereichen, wie ein gemeinschaftliches Miteinander organisiert werden kann. Wir möchten dazu beitragen, dass sich in Familien und Unternehmen die Prinzipien der „Gleichwertigkeit der Menschen“ und der „Gleichberechtigung der Bedürfnisse“ durchsetzen.

Frauke Ratzke: Wie könnte es damit weitergehen? Welche Visionen habt ihr für diesen Bereich?

Anja und Olaf: Auf unserer gemeinsamen Website http://www.giraffenkinder.com haben wir als unsere Vision genannt: „Kinder sind unsere Zukunft! Deshalb möchten wir aus Überzeugung dazu beitragen, das Modell der „Gewaltfreien Kommunikation“ den Menschen näher zu bringen, die mit Kindern arbeiten und leben. Damit möglichst viele „Giraffen-Kinder“ frühestmöglich lernen können, wie sie zu einer Gesellschaft beitragen können, in der die Menschen von Toleranz, Achtsamkeit und gegenseitigem Verständnis geprägt sind.“

Frauke Ratzke: Was bedeutet euch die Gewaltfreie Kommunikation-Zertifizierung? Wie steht ihr dazu?

Anja und Olaf: Das sehen wir beide zwiespältig. Wir hören immer wieder durch unsere Kunden von Trainingsinhalten, die unseres Erachtens wichtige Aspekte der Gewaltfreien Kommunikation nicht berücksichtigen. Wir haben bei Marshall Rosenberg ein Verständnis zur Haltung der Gewaltfreien Kommunikation bekommen, das wir in einigen Trainingsangeboten nicht entdecken und wir befürchten, dass die Gewaltfreie Kommunikation durch manche Trainings nicht so verstanden werden kann, wie Rosenberg sie gemeint hat. Insofern befürworten wir den Zertifizierungsprozess als Maßnahme der Sicherung der Qualität von Trainern.

Und genau das bringt uns gleich zum Zwiespalt: Auch unser Verständnis der Gewaltfreien Kommunikation ist nur eine Verständnismöglichkeit. Wer mag sich als Richter über das „richtige Verständnis“ eines Modells sehen, das Bewertungen nach Kategorien von „richtig und falsch“ und „gut und schlecht“ aufhebt?

Frauke Ratzke: Kannst du dir vorstellen, über das Internet einen Sinn für Gewaltfreie Kommunikation weiter zu geben – sowohl als Medium, um in Verbindung zu kommen als auch als Lernplattform? Wie würdest du das am ehesten anstellen?

Anja und Olaf: Ja, das können wir uns gut vorstellen und wir bieten dazu auch etwas an: Unsere Xing-Gruppe „Gewaltfreie Mitarbeiterführung“ spricht gezielt Führungskräfte an und lädt zum Austausch ein. Auf unserer Website http://www.coaching-briefe.de haben wir zwei Gratisangebote:

Im wöchentlich erscheinenden Coachingbrief „Gewaltfrei leben“ erläutern wir unser Verständnis der Gewaltfreien Kommunikation und schlagen eine Wochenaufgabe zum Üben im Alltag vor. Der Sinn wird uns immer wieder dadurch bestätigt, dass wir zahlreiche Rückmeldungen und den Dank von Lesern erhalten. Beispielsweise berichtete uns auf dem „1. Erfurter Gewaltfreie Kommunikation-Tag“ eine Leserin, dass sie die Mails ausdruckt und sie als ständige Erinnerung in ihren Kalender oder auf den Schreibtisch legt.

Und mit unserer 5-teiligen Mailserie „Gewaltfreie Kommunikation kennenlernen“ möchten wir neugierig machen. Der Link zu diesem Gratis-Angebot wird häufig im Bekanntenkreis versendet, um Menschen im persönlichen Umfeld einzuladen, sich mit der Idee der Gewaltfreien Kommunikation zu beschäftigen.

Frauke Ratzke: Was wünscht du dir für unsere Gruppe?

Anja: Zahlreiche neue, neugierige und diskussionswillige Leser. Im Anhang unserer Vortragshandouts und Seminarordner empfehlen wir diese Gruppe als Möglichkeit, sich weiter mit Gewaltfreier Kommunikation zu beschäftigen.

Frauke Ratzke: Was empfiehlst du als Gewaltfreie Kommunikation-Einstiegshilfe für Gewaltfreie Kommunikation-Neulinge?

Olaf: Die beiden oben beschriebenen Coaching-Briefe.