Pfingsten und GFK – Wer hätte das gedacht? 756/2026

Sehr geehrte Leserin,
sehr geehrter Leser,

diese Ausgabe ist datiert mit 18.05.2026; heute ist bereits der 24.05.2026 und somit – wir wünschen allen Lesenden frohe Pfingsten.

Pfingsten? Was war das nochmal, außer das heute und morgen Feiertage sind?
Die Antwort finden Sie im folgenden und den Brückenschlag zur GFK auch gleich.

Herzliche Grüße aus Jena und Bielefeld
Anja Palitza & Olaf Hartke



Thema: Pfingsten und GFK – Wer hätte das gedacht?

Zitat: „Pfingsten ist zum Zeichen dafür geworden, dass es möglich ist, Grenzen zu überwinden und sich über Grenzen hinweg zu verständigen.“ (Pfarrer Michael Feiler)

Beispiel: Ein kurzer Dialog heute früh, als Anja noch in Bielefeld weilte.

Anja: „Heute ist Sonntag.“
Olaf: „Stimmt.“
Anja: „Und wir haben diese Woche noch keinen Coachingbrief geschrieben.“
Olaf: „Stimmt.“
Anja: „Ich fahre ja gleich von hier nach Jena, sammle die Jungs ein und fahre dann weiter nach Gera zu Steffen.“
Olaf: „Ja.“
Anja: „Ich werde erst heute am Abend zu Hause sein.“
Olaf: „Ja.“
Anja: „Ich denke, da werde ich zu müde sein, noch etwas zu schreiben.“
Olaf: „Das vermute ich auch.“
Pause.

(Gespräche können so einfach und friedvoll sein, wenn man sich auf Beobachtungen beschränkt.
Doch ich ahne, dass es nicht dabei bleibt. Treffer. Schon kommt eine Bitte.)

Anja: „Kannst Du bitte heute noch einen Coachingbrief schreiben?“
Olaf: Schweigt.
Anja: „Mir ist wichtig, dass wir unseren Wochenrhythmus einhalten und die Lesenden etwas bekommen. Würdest Du?“

(Das Bedürfnis überzeugt. Jedoch – ich entscheide mich, unlogisch zu antworten und bleibe bei Beobachtungen.)

Olaf: „Heute ist Pfingstsonntag.“
Anja: „Stimmt.“
Olaf: „Ein Feiertag.“
Anja: „Stimmt.“
Olaf: „Einer der heiligen Tage des Nicht-Arbeitens.“
Anja: „Das ist Deine Interpretation, nicht unsere gemeinsame Realität.“
Olaf: „Stimmt.“
Anja: „Und? Deine Antwort auf meine Bitte lautet?“

(Besser zurück in den sicheren Hafen der Beobachtungen.)

Olaf: „Sie lautet: Ich weiß gerade kein Thema, mir fällt nichts ein.“
Anja: „Schreib doch über Pfingsten.“
Olaf: „Habe ich letztes Jahr.“
Anja: „Stimmt.“

(Funktioniert. Vielleicht habe ich noch eine Chance… Habe ich nicht.)

Anja: „Schreib doch darüber, ob – und wenn ja, was – Pfingsten und GFK verbindet.“

(Sie wird nicht lockerlassen.)

Olaf: „Du hast gewonnen.“
Anja: „Aha, was?“
Olaf: „Ich schreibe.“
Anja: Strahlt mich an.


Information: Ein Brückenschlag zwischen Pfingsten und GFK – da frage ich sicherheitshalber mal beim digitalen Universum an (Gemini) und finde einige Anhaltspunkte, die ich weiterverarbeiten kann:

Grundsätzlich – so lautet die Einführung zum Thema – verbindet Pfingsten und die GFK, dass wahre menschliche Verbindung durch Empathie, das Sprechen einer gemeinsamen Sprache und den Einsatz für den Frieden entsteht. Dem kann ich zustimmen. Dann folgen vier vertiefende Aspekte, hier kurz zusammengefasst:

Das Pfingstwunder und die gemeinsame Sprache
Das Pfingstwunder beschreibt die Erscheinung des Heiligen Geistes (Siehe Coachingbrief 707) und das damit verbundene „Sprachwunder“: Die Jünger sprechen plötzlich alle Sprachen und können das Evangelium allen Menschen verkünden. Marshall Rosenberg sprach häufig davon, „eine Sprache zu entwickeln, die die Herzen der Menschen verbindet“.

Die Kraft des Heiligen Geistes und Social Change (Sozialer Wandel)
Der Heilige Geist wird als Kraft beschrieben, die aus den Jüngern Menschen machte, die aktiv auf andere zugingen. Rosenberg warb intensiv darum, die Gewaltfreie Kommunikation zu nutzen, um weltweit dazu beizutragen, dass sich die Bedürfnisse von mehr Menschen umfänglicher erfüllen.

Verbindung statt Trennung
Pfingsten wird auch als der „Geburtstag der Kirche“ gefeiert, weil aus einer Gruppe von Getrennten eine verbundene Gemeinschaft wurde. Ein Ziel der GFK ist es, mit Hilfe einer empathischen Verbindung (Gefühle und Bedürfnisse beider Seiten) Konflikte auf Augenhöhe gelöst zu bekommen.

Wohlwollen und Gewaltfreiheit
Der theologische Kern von Pfingsten ist die Liebe und die Überwindung von Hass. Dies spiegelt auch die Grundhaltung der GFK wider. Gewalt wird in der GFK – beeinflusst von Konzepten Gandhis – als tragischer und ungeschickter Ausdruck eines unerfüllten Bedürfnisses betrachtet, was eine sehr wohlwollende und verzeihende Sicht auf den Nächsten erfordert.

Und was Pfingsten und die GFK ganz praktisch verbindet: Während Pfingsten unter anderem auch die Feier der weltweiten Verständigung und der Überwindung von Grenzen ist, bietet die gewaltfreie Kommunikation neben ihrer Haltung auch eine Methode und ein „Handwerkszeug“, um die verbindende Vision eines friedlichen Miteinanders im Alltag praktisch umsetzen zu können.

Und wir finden – das passt doch gut zueinander.
Nochmals – Frohe Pfingsten und bis bald.  

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