312/2017 Trainerdialog am Abend – Oder: Wie eine reisende Dose zu einer Gewissensfrage führt

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

im Januar vergaß ich nach einem Trainingswochenende zuerst physisch eine Dose Eiweißpulver in unserer Unterkunft in Zürich und anschließend dann auch kognitiv deren Verlust. Von lieben Freunden (Danke an R&M aus N) wurde die Dose in der Nähe von Zürich in Obhut genommen und gut bewahrt. Eine gemeinsame liebe Jenaer Freundin (Danke auch nochmal an A aus J) besuchte nach unserer Hohgant-Tour R&M in der Schweiz, bekam die Dose in ihre vertrauensvollen Hände übergeben und transferierte sie nach Jena, wo ich sie am vergangenen Wochenende ganz überrascht wieder in Empfang nehmen durfte.

Begleitet wurde die Dose von einer großen Toblerone-Stange als Gruß aus der Schweiz (Noch ein Danke an R&M; woher wusstet Ihr von dieser Leidenschaft?)

Sie ist noch nicht geöffnet, ich freue mich jedoch über diese zusätzliche Reserve und Sicherheit zur Vermeidung tobleroneloser Zeiten.

Gleichzeitig hat diese Toblerone-Stange zu einem interessanten Dialog am Abend geführt.

Herzliche Grüße, heute von uns beiden aus Jena

Anja Palitza & Olaf Hartke

 

Thema: Trainerdialog am Abend – Oder: Wie eine reisende Dose zu einer Gewissensfrage führt

Zitat: Echten Respekt erlangen wir, wenn wir den Kontakt miteinander suchen und die gegenseitigen Wertvorstellungen verstehen und akzeptieren. So können wir Bewunderung und Wertschätzung für einander entwickeln. (Dalai Lama)

Beispiel: Trainerdialog am Abend:

Anja (lächelnd im Nachdenklichkeits-Modus): „Das ist ja eigentlich nicht fair; Du vergisst die Dose in Zürich, drei Personen kümmern sich darum, dass Du sie zurück bekommst und obendrein bekommst Du noch ein Geschenk.“

Olaf (nachdenklich im Spaß-Modus): „Ich finde das gut. Wir sind ja nächstes Jahr wieder dort und ich habe mir schon überlegt, dass ich wieder eine Dose stehenlassen werde.“

Anja (freudestrahlend im „Da-lege-ich-noch-einen-drauf-Modus): „Und wenn Du mir von der jetzigen Toblerone schon mal die Hälfte abgibst, dann lasse ich nächstes Jahr die Dose stehen. Falls nicht, packe ich sie dann für Dich ein.“

Olaf (spielerisch im Gekränkt-Modus): „Dann machst Du Dich zur Mitwisserin und sogar zu einer Begünstigten – ja noch mehr – zu einer Mittäterin in einem deutsch-schweizerischen Betrugs-Skandal und kommst bestimmt nicht in den GFK-Himmel.“

Im dann erfolgten ernsthaften Gespräch stellten wir uns diese Fragen:

Ist das bewusste Hinterlassen einer nächsten Eiweißdose in der Erwartung eines weiteren Geschenkes ein Betrug? Schließlich entscheiden die Finder selbst, wie sie damit umgehen.

Ist es ein Ausnutzen von Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft?

Wie steht es um die Verantwortung als Mitwisser? Kann man das stillschweigend geschehen lassen oder warnt man die Betroffenen vor der vorsätzlichen Tat?

Welchen Schaden fügt man dem Verursacher damit zu, wenn man sein Vorhaben aufdeckt – und ist das nicht ungerecht?

Ab wann wird man von einem Mitwisser zu einem Begünstigten oder sogar zum Mittäter?

Information: Bei Ingrid Holler haben wir eine komprimierte Antwort auf diese Fragen gefunden, die uns sehr gut gefällt. Sie schreibt im „Trainingsbuch Gewaltfreie Kommunikation“ dazu:

„Ein weiteres wichtiges Standbein der Gewaltfreien Kommunikation ist die Frage nach den Beurteilungskriterien, die jeder Mensch im Leben braucht, um Situationen und Geschehnisse für sich einzuordnen und um beurteilen zu können, wie man mit einer Situation sinnvoll umgeht.

In der Gewaltfreien Kommunikation unterscheiden wir zwischen moralischen Urteilen und Wert-Urteilen. Das moralische Urteil fragt: Wer hat Recht, wer hat Unrecht? Es geht davon aus, dass alle Menschen die gleichen Vorstellungen von „richtig“ und „falsch“ haben.

Das Werturteil fragt: Um welche Gefühle und Werte geht es hier, was brauche ich, was braucht der Andere, was können wir tun, um das Leben für beide besser zu machen.

In der Gewaltfreien Kommunikation sind Werturteile unser roter Faden im Leben.“

Aktuelles:  Der 3. Erfurter GFK-Tag unter dem Motto „Macht miteinander“ findet am Sonnabend, den 18.11.2017 in Erfurt statt. Der Hirnforscher Gerald Hüther stellt dort in seinem Vortrag die Frage: „Wozu brauchen Menschen Macht“. Weitere spannende Themen und Workshops werden den Tag füllen. Die Nachfrage ist groß und die 150 Plätze sind inzwischen restlos vergeben. Wir freuen uns alle, die an diesem Projekt mitgewirkt haben, schon sehr darauf.

http://www.gfk-info.de/seminar/3-erfurter-gfk-tag-motto-macht-miteinander/

 

Herausgeber:
Hartke Unternehmensentwicklung GmbH
Dunlopstraße 9, 33689 Bielefeld
Fon: 05205 / 7290525 und Fax: 05205 / 7290527
© Copyright Anja Palitza, Olaf Hartke

 

 

 

 

 

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