103/2013 Aufrichtigkeit und Feedback

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

hier ist der aktuelle Coachingbrief für diese Woche.
Wir wünschen Ihnen eine gewaltfreie Woche

Herzliche Grüße aus Jena und Bielefeld
Anja Palitza & Olaf Hartke


Zitat: „Who owns the problem? [Wem gehört das Problem?] (Thomas Gordon)

 Beispiel: Chefin Gabi zur Mitarbeiterin Susanne: „Wenn die Azubis in der Berufsschule sind, erledigst Du deren nicht dringende Routinearbeiten häufig selbst. Wieso machst Du es Dir so schwer? Du verbrauchst damit viel Zeit für Unwichtiges und die Azubis haben am nächsten Tag nichts zu tun. Dieses Feedback wollte ich Dir seit längerem schon mal geben.“

Information: Gabi benennt ihre Mitteilung an Susanne als Feedback. In unserem Verständnis von Gewaltfreier Kommunikation entspricht dies keinem Feedback. Feedback wird immer geholt, nicht ungefragt gegeben. Der Andere will etwas über sich erfahren; er sitzt auf dem Problem. Zur Klarheit bittet er um eine Rückmeldung oder er erhält es durch generell vereinbartes Feedback (z.B. im Coaching oder in Lernprozessen). Will ich selbst etwas sagen oder mitteilen, sitze ich auf dem Problem und bitte den anderen um etwas. Marshall Rosenberg spricht von Dankbarkeit oder Bitte. „Und immer sagen wir Bitte oder Danke.“ Nach dem Modell der Gewaltfreien Kommunikation dient jegliche Kommunikation dazu, entweder um etwas zu bitten oder uns für etwas zu bedanken. Es gibt keine anderen Anlässe für Kommunikation. Das sind zwei Pole auf einer Skala, auf der wir unsere Motivation finden, etwas zu sagen. Das Bewusstsein darüber, weshalb wir etwas mitteilen, schafft Klarheit zwischen den Beteiligten.   

Zum „Sofort-Üben“: Wie könnte es Susanne gehen, nachdem sie die Mitteilung von Gabi gehört hat? Was hätte Gabi alternativ äußern können? Um was geht es Gabi, wenn sie das Zeitthema anspricht? (Unser Vorschlag steht am Ende der Mail.) 
 
Wochenaufgabe: Achten Sie in Gesprächen einmal darauf, woher Ihre Motivation stammt, etwas zu sagen. Achten Sie auch darauf, welche Bedürfnisse Ihr Gegenüber sich gerade erfüllt, wenn er etwas sagt. Fragen Sie sich: „Was motiviert sie/ihn eigentlich gerade, das zu sagen; um was geht es ihr/ihm?“ Soll ich es als Dank verstehen oder als Bitte?

Aktuelles: Nächste Termine: www.ab-ins-kloster.de  

Herausgeber:
Hartke Unternehmensentwicklung GmbH
Dunlopstraße 9, 33689 Bielefeld
Fon: 05205 / 7290525 und Fax: 05205 / 7290527
© Copyright Anja Palitza und Olaf Hartke
 
Unser Vorschlag: Susanne ist vielleicht ratlos oder irritiert. Sie fragt sich womöglich, was Gabi konkret möchte. Gabi hätte eine konkrete Bitte oder eine klare Handlungsanweisung an Ihre Mitarbeiterin richten können: „Wenn die Azubis in der Berufsschule sind, erledigst Du auch deren nicht dringenden Routinearbeiten. Bitte lass zukünftig diese Aufgaben liegen, dann hast Du mehr Zeit für Wichtiges und die Azubis haben am nächsten Tag etwas Sinnvolles zu tun. Wäre das für Dich so in Ordnung?“

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