373/2019 Die 7 Geheimnisse der glücklichen Ehe

Liebe Leserin, lieber Leser,

wenn man sich intensiv mit der Frage beschäftigt, was eine „gute Beziehung“ ausmacht und sich nicht ausschließlich im populärwissenschaftlichen Bereich umschaut, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass man irgendwann auch auf John M. Gottman stößt. Bereits seit Jahrzehnten erforscht er im „Ehelabor“ seines Instituts in Seattle mit wissenschaftlich fundierten Methoden, weshalb Beziehungen gelingen.

Im Rahmen unserer Vorbereitungen für die Paar-Tage auf der Hohgant-Hütte haben wir uns mit seinem Buch „Die 7 Geheimnisse der glücklichen Ehe“ beschäftigt und möchten Ihnen im heutigen Coachingbrief diese „Geheimnisse“ verraten.

Herzliche Grüße, diese Woche von uns beiden aus Jena und Bielefeld

Anja Palitza & Olaf Hartke

 

Thema: Die 7 Geheimnisse der glücklichen Ehe

Zitat: „Jemanden zu lieben heißt, ein für die anderen unsichtbares Wunder zu sehen.“ (François Mauriac)

Beispiel: Wenn die sieben Geheimnisse der glücklichen Ehe tatsächlich helfen sollen die Paarbeziehung zu verbessern, dann müsste man aus unserer Sicht auch einen gewissen Zusammenhang mit den häufigsten Trennungsgründen finden.

Sucht man im Internet nach den häufigsten Gründen für Trennungen, dann findet man erstaunlicherweise verschiedenste Ranglisten und wir haben uns entschieden, für diesen Coachingbrief aus drei zufällig ausgewählten Berichten die jeweils ersten drei Plätze zu zitieren:

  • Zu wenig Zeit füreinander, Stress im Beruf, Egoismus des Partners
  • Zu große Unterschiedlichkeit (Herkunft, Alter, Beruf), häufiger Stress miteinander, fehlende Zeit füreinander
  • Fremdgehen, den anderen zum Blitzableiter machen, nicht für den anderen da sein

Die Top-3 aus einer Studie der 50er Jahre in der nur Frauen befragt wurden waren übrigens: Fehlende Unterstützung, häufiges Fortbleiben und Trunksucht.

Information: Die 7 Geheimnisse der glücklichen Ehe nach John M. Gottman lauten:

  1. Bringen Sie Ihre Partner-Landkarte auf den neuesten Stand
  2. Pflegen Sie Zuneigung und Bewunderung füreinander
  3. Wenden Sie sich einander zu und nicht voneinander ab
  4. Lassen Sie sich von Ihrem Partner beeinflussen
  5. Lösen Sie Ihre lösbaren Probleme
  6. Überwinden Sie Pattsituationen
  7. Schaffen Sie einen gemeinsamen Sinn

Liest man nur die Überschriften, gewinnt man vielleicht den Eindruck, das Buch sei oberflächlich und es würde lediglich um banale Alltagsweisheiten gehen. Doch in allen Kapiteln legt der Experte verständlich dar, was er genau unter diesen Themen versteht. Die über 300 Seiten können wir hier nicht wiedergeben; sie beinhalten nachvollziehbare Beispiele, genaue Erklärungen zum Einfluss dieses Themas auf das Beziehungserleben, vertiefende Fragen, zahlreiche Übungen mit umfangreichen Hinweisen zur gemeinsamen Auswertung. Sogar der Einfluss der Schwiegermütter auf das Eheglück findet wissenschaftliche Berücksichtigung. Angepasst an den Kontext der Gewaltfreien Kommunikation schätzen wir auch die Übungen im Buch sehr und haben uns bereits für das Paar-Seminar auf der Hohgant-Hütte davon inspirieren lassen.

Und damit dieser Coachingbrief nicht eine Buchrezension wird, kommt hier noch der GFK-Bezug:

In allen Kapiteln des Buches ist die Frage, wie man miteinander kommuniziert von großer Bedeutung. Wir haben nochmals unseren bestehenden Eindruck bestätigt bekommen, dass Paare, die Gewaltfreie Kommunikation lernen und die wichtigsten Grundlagen des Modells auch im Alltag leben, deutlich verständnisvoller in einem Streit reagieren können. Sie können leichter auf den Partner eingehen, sind interessierter an seinen Beweggründen, erleben sich deutlich weniger angegriffen und brauchen sich demnach viel weniger zu verteidigen. Zudem treten Missverständnisse seltener auf und wenn, dann ist es leichter darüber zu sprechen. Die Kommunikation wird klarer und prägnanter und es gelingt, die eigenen Wünsche mit mehr Aussicht auf Umsetzung zum Ausdruck zu bringen.

Dies erleben wir zumindest selbst so, als ein Paar, das die Gewaltfreie Kommunikation in der eigenen Beziehung nicht mehr wegdenken kann. Reibungspunkte gibt es nach wie vor. Doch es ist wesentlich einfacher, darüber ins Gespräch zu kommen und in einen konstruktiven Austausch zu gehen. Und es gibt auch Situationen, in denen wir beide gleichzeitig mit unseren Gefühlen und Bedürfnissen so stark beschäftigt sind, dass ein zeitnaher Austausch in dem Moment nicht hilfreich wäre. Auch dann unterstützt uns die Gewaltfreie Kommunikation, weil wir unsere Themen „parken“ können, einen klärenden Selbstreflexionsprozess durchlaufen können und später wieder in der Lage sind, urteilsfrei auf den Partner zuzugehen.

Oder mit weniger Worten: Wenn Sie Gewaltfreie Kommunikation beherzigen, haben Sie größere Chancen, mit Ihrem Partner glückliche Zeiten zu verbringen.

Wochenaufgabe: Welche Punkte sorgen in Ihrer Beziehung für eine starke Reibungsfläche? Schreiben Sie uns dazu und vielleicht können wir Ihr Beispiel in einem Coachingbrief aufgreifen und näher darauf eingehen.

Zum „Sofort-Üben“: Der Ausdruck von Dankbarkeit ist eine hilfreiche Rückmeldung in der Partnerschaft. Finden Sie ein Beispiel aus den letzten Tagen:

  1. Was hat Ihr Partner kürzlich getan, wofür Sie dankbar sind?
  2. Wie geht es Ihnen, wenn Sie jetzt daran denken?
  3. Und welche Ihrer Bedürfnisse hat er dabei erfüllt?

Wie wäre es, wenn Sie Ihre Dankbarkeit einmal in diesen drei Schritten ausdrücken würden, statt mit einem kurzen „Danke Dir.“?

Probieren Sie es aus und fragen Sie Ihren Partner, ob es für ihn einen Unterschied macht. (Ein Beispiel finden Sie am Ende des Coachingbriefes)

Aktuelles: Lange haben wir allen Social-Media-Angeboten getrotzt. Nun sind wir doch aktiv geworden:

https://www.facebook.com/anja.palitza.3
https://www.facebook.com/olaf.hartke

Wer mag, findet da ab und zu auch „alltägliche“ Gedanken zur kommunikativen Gewaltfreiheit in Familie und Beruf. Und natürlich auch zur Gewaltfreiheit im Umgang mit sich selbst.

Termine:

26./27.01.2018 in Arnsberg, Einführungsseminar – Ausgebucht

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22.-26.02.2019 – NEU – zum 10-jährigen Jubiläum auf der Hohgant-Hütte
Exklusiv für Paare – Die Schneeschuhwanderung mit Paar-Themen im GFK-Seminar
Vier Paare sind angemeldet, ein Paar-Platz ist noch frei.
https://www.erfolgsschritte.de/seminare-trainings/m05_gewaltfrei_leben_hohgant_paare.php

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27.02.-03.03.2019 – Wie gewohnt in 10-jähriger Tradition auf der Hohgant-Hütte
Das Leben lieben lernen – Gewaltfrei leben – Die Schneeschuhwanderung für Einzelpersonen und Paare mit allgemeinen Lebens-Themen im GFK-Seminar
https://www.erfolgsschritte.de/seminare-trainings/m05_gewaltfrei_leben_hohgant.php

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Weitere Termine im Jahr 2019

https://www.ab-ins-kloster.de

22.02.2019 Gewaltfrei leben – Seminar für Paare auf der Hohganthütte
27.02.2019 Gewaltfrei leben – Seminar auf der Hohganthütte
31.03.2019 Bildungsurlaub auf der Nordseeinsel Baltrum
07.04.2019 Bildungsurlaub auf der Nordseeinsel Spiekeroog
26.04.2019 Einführungsseminar Gewaltfreie Kommunikation (Ort steht noch nicht fest)
19.05.2019 Bildungsurlaub für Führungskräfte am Ammersee im Allgäu
14.06.2019 Einführungsseminar Gewaltfreie Kommunikation in Berlin
21.09.2019 Einführungsseminar Gewaltfreie Kommunikation in Jena
06.10.2019 Bildungsurlaub auf der Nordseeinsel Baltrum
16.11.2019 Vertiefungsseminar Gewaltfreie Kommunikation in Jena
29.11.2019 Vertiefungsseminar Gewaltfreie Kommunikation in Berlin

Gefällt Ihnen der Coachingbrief?
Wir freuen uns, wenn Ihnen dieser Coachingbrief gefällt und Sie ihn an Interessierte weiterleiten. Neue Leser können sich hier auch in den Verteiler für die Email-Ausgabe eintragen:
https://www.coaching-briefe.com

 

Ein gerade „lebendiges“ Beispiel als Vorschlag zur obigen Aufgabe:
Lieber Olaf, erinnerst Du Dich an unser letztes Telefonat, als Du mir bei den Vorbereitungen zu meinem Seminar geholfen hattest? Ich war so aufgeregt, habe unbedingt jemanden gebraucht, der mir zuhört und mit mir meinen Seminarablauf durchdenkt. Und obwohl Du an diesem Tag wenig Zeit hattest, hast Du mir Deine ganze Aufmerksamkeit geschenkt. (1. Beobachtung)

Wenn ich jetzt daran zurückdenke, dann bin ich immer noch ganz berührt davon und unendlich dankbar. Dadurch bin ich wieder ruhiger und auch zuversichtlich geworden. (2. Gefühle)

Gleichzeitig habe ich unsere Verbundenheit gespürt und ganz viel Nähe erlebt. Und ich habe Unterstützung und Inspiration erfahren. (3. Bedürfnisse)

(Huch… das war ja gar nicht abgesprochen. Ein öffentliches „Danke!“, ausführlich in drei Schritten.)…

Liebe Anja, ja, es macht einen Unterschied aus.
Du hast Dir Zeit für die drei Schritte genommen. (1. Beobachtung)

Ich freue mich sehr über die Rückmeldung, denn ich war noch unsicher, ob mein Beitrag hilfreich war. (2. Gefühle)

Dadurch wird mir noch klarer, wie wichtig diese gemeinsame Planungszeit für Dich war, die Zeit war somit sinnvoll verbracht und das Verschieben der anderen Dinge hat sich gelohnt. (3. Bedürfnisse)  

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