331/2018 So wird Veränderung nachhaltiger

Liebe Leserinnen und lieber Leser,

in diese Woche sind wir inspiriert gestartet und von dem Engagement einiger Menschen berührt, die sich über gesellschaftliche Veränderungen auf der ökologischen Ebene Gedanken machen und dazu beitragen, dass sich unsere Sichtweisen verändern können. Wir greifen heute mal das Thema „Gesellschaftlicher Wandel“ auf.

Friedliche Grüße von uns beiden, diese Woche aus Jena.
Anja Palitza & Olaf Hartke

 

Thema: So wird Veränderung nachhaltiger

Zitat: „Die größte Revolution in unserer Generation ist die von Menschen, die durch den Wandel ihrer inneren Geisteshaltung die äußeren Aspekte ihres Lebens verändern.“ (Marilyn Ferguson)

„Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns.“ (Rumi)

Beispiel: Wir sind eingeladen zu einer Geburtstagsfeier. Als wir ankommen, sehen wir Menschen, die sich begrüßen und in den Arm nehmen, andere trinken Wein und nehmen sich Häppchen vom Buffet und Menschen sitzen zusammen und sprechen miteinander. Wir schnappen folgende Sätze auf: „Das sind doch alles Lügner.“, „Man sollte sie wegsperren.“, „Die zerstören rücksichtslos unsere Umwelt.“, „Die sind verantwortungslos.“.

Information: Wir erinnern uns gerade, dass in einem von uns besuchten Intensivtraining mit Marshall Rosenberg ein Schwerpunkt auf sozialem Wandel lag. Diesen Gedanken haben wir daraus mitgenommen:

Solange wir in Bezug auf Dinge, die wir nicht mögen, Feindbilder im Kopf haben, sind wir ein Teil des Problems.

Wenn wir gesellschaftliche Rahmenbedingungen verändern wollen, dann versuchen wir Einfluss zu nehmen auf etwas, das andere Menschen geschaffen haben und aufrecht halten möchten. Auch wenn wir keinen direkten Kontakt zu diesen Personen haben, so haben wir doch eine Art von Verbindung oder Beziehung zu ihnen.

Wenn wir diese Menschen ablehnen, so sind wir – in Anlehnung an das obige Zitat von Rumi – ebenfalls noch „diesseits von richtig und falsch“. Also auch noch gedanklich in der Falle unserer Urteile.

Rosenberg empfiehlt eine einfühlende Haltung auch in die Menschen, die Dinge tun, die unsere Bedürfnisse nicht berücksichtigen. Sind wir im Glauben, dass wir gerade dabei sind, die „richtigen Dinge zu tun“ und die anderen „bekämpfen“ zu müssen, dann – so Rosenbergs Annahme – wird vermutlich weitere Gewalt entstehen.

Denn „das Richtige“ mittels Kampf herbeizuführen, bedeutet ebenfalls, die Bedürfnisse von Beteiligten zu ignorieren. Eine stabile Veränderung benötigt, dass die Bedürfnisse aller Beteiligten gesehen und nach Möglichkeit auch erfüllt werden. Sie erfordert die Einfühlung auch in die Ängste und Bedürfnisse derer, die nach unserer Ansicht für „das Falsche“ stehen.

Rosenberg sieht es als einen wesentlichen Schritt, wenn es uns selbst gelingt, die Feindbilder, die wir mit uns herumtragen, zu verwandeln und darüber Klarheit über die eigenen unerfüllten Bedürfnisse zu bekommen. Es benötigt aus seiner Sicht eine „Verzweiflungsarbeit“. Das heißt eine Arbeit mit dem eigenen Schmerz und den damit verbundenen nicht erfüllten eigenen Bedürfnissen.

Der andere nötige Schritt ist die Auseinandersetzung mit den Bedürfnissen der Menschen, die wir zuvor als Feindbild in uns etabliert haben. Gelingt es uns, diese wieder als Mensch zu sehen, verwandelt sich unsere Haltung und es entsteht eine andere Energie, die tragfähigere Veränderungen ermöglichen kann.

Statt Duldung des Unterwünschten oder Rebellion gegen das Unerwünschte, lässt sich nun möglicherweise die Haltung einer „Einladung zur Veränderung“ aufbauen, die die Bedürfnisse aller berücksichtigt.

Rosenberg beschreibt es so: „Der Wandel wird dann eintreten, wenn eine entscheidende Anzahl von Menschen innerhalb der Clique ihre Sichtweisen radikal verändert, wenn sie effektivere Möglichkeiten erkennen, mit dem sie ihre Bedürfnisse befriedigen können, statt ihr Cliquenverhalten fortzusetzen.“

So braucht es keine Zerstörung existierender Strukturen, sondern eine Verbindung mit den Menschen innerhalb dieser Strukturen, mit denen man dann gemeinsam effektivere Möglichkeiten findet, die Bedürfnisse beider Seiten zu erfüllen.

Zum „Sofort-Üben“: Welche Bedürfnisse vermuten Sie hinter den getätigten Aussagen der Menschen auf der Feier?
(Unseren Vorschlag dazu finden Sie am Ende des Coachingbriefes)

Wochenaufgabe: Spüren Sie diese Woche Ihre Feindbilder auf, indem Sie alle Personen, Institutionen oder Organisationen über die Sie sich ärgern aufschreiben. Schreiben Sie zu jeder Person, Institution oder Organisation Ihre bewertenden Gedanken auf. Übersetzen Sie diese Bewertungen anschließend in Bedürfnisse. Welche Gefühle sind noch damit verbunden? Gibt es Bedürfnisse, die immer wieder benannt werden? Wie werden Sie zukünftig die Verantwortung für diese Bedürfnisse übernehmen?

Aktuelles: Folgende Gedanken von Carl-A. Fechner zum Thema erneuerbare Energien und zu seinem Film „Die vierte Revolution“ haben uns beeindruckt:

https://youtu.be/1N74CbIV-dE (9:50min)

Hier kann man diesen Film ansehen:

http://fairload.de/movie/1/4-Revolution/

Einführungsseminar Gewaltfreie Kommunikation am 26./27. Mai 2018 in Jena.

Übungs- und Vertiefungsseminar am 1./2. September 2018 in Jena.

Wer gemeinsames füreinander Dasein erleben möchte, dem legen wir unser Seminar auf dem Hohgant nahe. Wir werden 2019 erneut den Berg besteigen. Da wir im kommenden Jahr unser zehnjähriges Hohgant-Jubiläum feiern, bieten wir gleich zwei Gelegenheiten:

Vom 22.02.-27.02.2019 – Hohgant für Paare (Speziell auf Paare ausgerichtete Inhalte)

Vom 27.02.-03.03.2019 – Hohgant für Einzelteilnehmer und natürlich auch für Paare (allerdings keine speziell auf Paar-Themen ausgerichteten Inhalte)

In beiden Seminaren schauen wir auf die Grundlagen Gewaltfreier Kommunikation und bieten in darauf aufbauenden Übungen weitere Einblicke in verschiedene vertiefende Aspekte des Modells Gewaltfreie Kommunikation an.

Informationen zum Paar-Seminar folgen; alle weiteren Termine und Informationen finden Sie hier: www.ab-ins-kloster.de

Herausgeber:
Hartke Unternehmensentwicklung GmbH
Dunlopstraße 9, 33689 Bielefeld
Fon: 05205 / 7290525 und Fax: 05205 / 7290527
© Copyright Anja Palitza, Olaf Hartke

Unser Vorschlag:
„Das sind doch alles Lügner.“
Hier möchte die Person womöglich vertrauen können oder Klarheit über die tatsächlichen Fakten oder das Ausmaß der Situation bekommen.

„Man sollte sie wegsperren.“
Womöglich macht diese Person darauf aufmerksam, dass etwas geschützt werden sollte. Vielleicht geht es um die Unversehrtheit von Personen und Dingen. Sie möchte vielleicht etwas erhalten oder bewahren.

„Die zerstören rücksichtslos unsere Umwelt.“
Vielleicht geht es der Person um Schutz und den Erhalt der Lebensgrundlage. Diese möchte evtl., dass die Menschen rücksichtsvoll und achtsam mit dem Planeten umgehen.

„Die sind verantwortungslos.“
Wir vermuten, dass es dieser Person darum geht, dass die Menschen, die bedeutenden Einfluss und Macht haben, dies auch nutzen, um etwas zu bewegen und voranzubringen, dass Entwicklung und Fortschritt schafft und die Lebensbedingungen für alle verbessert.

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