317/2017 Der Stolz

Thema: Der Stolz

Zitat: „Demnach ist Stolz die von innen ausgehende, folglich direkte Hochschätzung seiner selbst; hingegen Eitelkeit das Streben, solche von außen her, also indirekt zu erlangen.“ (Arthur Schopenhauer)

 Beispiel: Eine Coachingbrief-Leserin sendete uns folgende Frage: „Ist „stolz sein“ ein Gefühl oder eher eine Bewertung? Bewerte ich damit mein Kind oder wertschätze ich ihr Tun, wenn ich ihr sage, sie kann stolz auf sich sein, wenn sie es beispielsweise schafft, in der Nacht allein auf Toilette zu gehen?“

Information: Stolz ist einerseits ein angeborenes Gefühl und dennoch ist es stark kulturell geprägt. Um Stolz zu empfinden, benötigen wir die Fähigkeit der Selbstwahrnehmung. Stolz empfinden Menschen, wenn sie sich selbst beurteilen, in dem sie ihre Leistungen mit anderen Leistungen vergleichen. Mit eigenen Leistungen der Vergangenheit oder mit Leistungen anderer Menschen.

Stolz fühlt man z.B. dann, wenn man meint, dass man etwas Gutes oder Besonderes geschafft hat. Stolz empfindet nur, wer in der Lage ist, soziale Normen zu verstehen und diese auch als Teil eigener Kriterien für die Selbstbeurteilung übernimmt. Es bedarf der Fähigkeit, zu erkennen, was andere von einem erwarten – oder eben man selbst von sich erwartet.

Stolz als Gefühl bedarf eines Gegenübers – entweder im Außen in Form einer anderen Person oder im Inneren in Form einer eigenen „inneren Stimme“, welches das erbrachte Ergebnis beurteilt, anerkennt und würdigt. Stolz wird oft als motivierend im Sinne von antreibend und beflügelnd empfunden.

Stolz als Gefühl ist demnach daran gebunden, dass wir bewerten. Man misst sich daran, ob man ein bestimmtes Ziel erreicht oder etwas kann, was andere können oder auch nicht können.

Wenn wir Stolz bei uns wahrnehmen, haben wir meistens auch schnell die Bewertungen präsent, die damit im Zusammenhang stehen. Ich war toll, ich war clever, ich war schneller, erfolgreicher, etc. Statt die Aufmerksamkeit allein auf die Bewertungen zu legen, empfehlen wir aus dem Wissen über die Gewaltfreie Kommunikation, den Blick dahin zu lenken, welche Bedürfnisse sich aus der mit Stolz besetzten Handlung erfüllt haben. Diese Art von Bewusstsein schenkt uns aus unserer Erfahrung weit mehr Kraft und Energie, als allein das Gefühl des Stolzes und die daran angeknüpfte Bewertung.

 Zum „Sofort-Üben“: Wie kann ich das Gefühl von Stolz mit anderen teilen, ohne mein Gegenüber und dessen Handlungen zu bewerten? (Unseren Vorschlag dazu finden Sie am Ende des Coachingbriefes)

 Wochenaufgabe: Drücken Sie in dieser Woche einmal ganz bewusst ihren Stolz in folgenden Schritten aus. Nennen Sie zuerst die Beobachtung, die den Stolz ausgelöst hat: Wenn ich sehe/höre, dass…, bin ich stolz, weil… und hängen dann zum Schluss das erfüllte Bedürfnis daran.

 Aktuelles: Wie ist ihre Planung für das kommende Jahr? Wollen Sie 2018 Ihre Beziehungen verbessern, sich wirkungsvoller verständigen und klarer kommunizieren? Dazu bieten wir folgende Seminartermine für das Jahr 2018 an:

Zwei intensive 2-tägige Einführungsseminare in die Gewaltfreie Kommunikation finden in Jena statt; am 27./28. Januar 2018 und am 26./27. Mai 2018.

Auf die Grundlagen der Gewaltfreien Kommunikation aufbauend, können Sie diese vertiefen in einem Übungs- und Vertiefungsseminar am 1./2. September 2018 in Jena.

Wer gerne Reisen und Lernen miteinander verbindet, dem legen wir die Bildungsurlaube auf den Nordseeinseln Spiekeroog vom 23.-28.04.2018 und Baltrum vom 07.-12.10.2018 ans Herz.

Alle Termine und weitere Informationen finden Sie hier: www.ab-ins-kloster.de

Herausgeber:
Hartke Unternehmensentwicklung GmbH
Dunlopstraße 9, 33689 Bielefeld
Fon: 05205 / 7290525 und Fax: 05205 / 7290527
© Copyright Anja Palitza, Olaf Hartke

Unser Vorschlag: Wir empfehlen an der Stelle zu fragen: „Freust du dich (auch), dass du es allein geschafft hast?“ oder „Bist du gerade stolz auf dich?“

Ältere Kinder kann man auch fragen: „Bist du zufrieden mit dir und deiner Leistung/dem Ergebnis?“

Kindern gibt man damit die Möglichkeit, für sich genauer hinzuspüren und evtl. die Freude, den Stolz und/oder die Zufriedenheit mit anderen zu teilen.

Man hat auch die Möglichkeit von sich selbst und seinem Erleben zu berichten. Z.B. „Wenn ich sehe, dass du allein nachts auf Toilette gehst, bin ich ganz erleichtert, weil nun das Einkaufen leichter wird und wir nicht mehr die Windelpakete zu tragen brauchen.

Oder wieder bei älteren Kindern: „Wenn ich sehe, dass du… (eine andere Beobachtung, nicht der Toilettengang 😉 ), bin ich ganz stolz/erfreut/erleichtert, weil das mein Vertrauen stärkt, dass Du immer selbstständiger wirst, dass ich etwas dazu beigetragen habe und das ich nun die Verantwortung als Elternteil wieder ein Stück mehr loslassen kann. Das wiederum gibt mir mehr Leichtigkeit im Alltag.“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s