318/2017 Eine Weihnachtsgeschichte

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bemerken gerade wieder, wie sehr es teilweise in unserem persönlichen Umfeld an den Weihnachtstagen um das Thema „Geschenke“ geht.

Die beigefügte Weihnachtsgeschichte greift dieses Thema ebenfalls auf.

Und noch etwas ist uns wichtig: Wir danken Ihnen für die zahlreichen Rückmeldungen zu unseren Coachingbriefen, welche uns immer wieder in Kontakt mit Ihnen bringen und uns zeigen, dass wir mit dem, was wir schreiben, zu Ihrem Lernen und Wachsen beitragen.

Wir wünschen Ihnen noch eine weitere besinnliche Weihnachtszeit und einen schwungvollen Start ins neue Jahr.

Herzliche Grüße, heute von uns beiden aus Jena und Hamburg
Anja Palitza & Olaf Hartke

Das rote Paket
(von Linda und Gino Alberti)

Der Wind weht kalt, und der Weg vom Bahnhof ist weit. An der Hand der Großmutter stapft Anna durch den Schnee. Bald sind sie beim Häuschen angelangt. Anna freut sich.

In den Ferien ist es bei der Großmutter am schönsten. Sie weiß so viele Geschichten zu erzählen. Die aufregendsten Spiele denkt sie sich aus. Und auf dem Fensterbrett liegt für Anna jedes Mal ein neues Malbuch bereit.

Manchmal gehen Anna und die Großmutter zusammen ins Dorf. Anna könnte mit den Kindern spielen, während die Großmutter beim Bäcker und beim Milchmann wartet. Aber die Kinder machen gelangweilte Gesichter. Die Großmutter ist mit dem Einkaufen schnell fertig. Im Laden war niemand zum Plaudern, niemand hat Zeit für ein freundliches Wort. Auf dem Heimweg schweigt die Großmutter. Anna weiß, dass sie nachdenkt.

„Das Paket ist fertig, Anna“, sagt die Großmutter plötzlich am Abend. Anna schaut von ihrem Malbuch auf. Sie will gleich mit Fragen losplatzen. Doch die Augen der Großmutter verraten – das rote Paket ist ein Geheimnis. Am Morgen gehen Anna und die Großmutter mit dem Paket aus dem Haus. Der Förster kommt ihnen entgegen. Er wohnt erst seit kurzem im Dorf und ist allein. Da geht die Großmutter auf ihn zu und reicht ihm das rote Paket. „Was soll ich damit?“ „Es ist für Sie“, sagt Anna. „Aber machen Sie es nicht auf, sonst geht verloren, was drinnen ist.“ Der Förster staunt. „Was ist denn drin?“ fragt er. „Glück und Zufriedenheit“, sagt die Großmutter und drückt es dem Förster die Hand. Anna stapft schon heimwärts. „Hast du sein Gesicht gesehen, Großmutter?“, fragt sie. „Machen wir noch mehr solche Pakete?“ Aber die Großmutter will nicht. „Nein Anna“, sagt sie, „eines ist genug.“

So etwas ist dem Förster noch nie passiert. Dem Nächstbesten will er davon erzählen. Der Kaminfeger glaubt es kaum, als ihm der Förster das rote Paket hinstreckt und sagt: „Dieses Mal bringe ich das Glück“. Der Kaminfeger ruft vom Dach den Leuten zu und schaut durch’s Fenster in Antonia’s Zimmer. „Bist du krank?“ fragt er. Antonia hat Grippe. Der Kaminfeger gibt ihr das rote Paket. „Damit du bald wieder gesund bist“ sagt er. Antonia hat das rote Paket in ihrem Zimmer versteckt. Wer es findet, darf es behalten. „Aber nicht öffnen“, sagt Antonia. „Das ist ja wie vor Weihnachten“, sagt Juro, Antonia’s Freund.

Unten im Keller zieht Juro ein wenig an der Schleife. Er dreht das Paket in den Händen und schüttelt es. Vor dem Kellerfenster hört man plötzlich eine laute Stimme. „Mein Vater“, sagt Juro. „Riecht ihr den Rauch? Das Brot ist verbrannt“, ruft Juro’s Vater.

Nun bekommt der Bäcker das rote Paket. Aber er behält es nicht lange. Auf der Brotschaufel reicht er es Frau Salai über den Ladentisch. „Morgen gibt es wieder frisches Brot.“ In der Nacht geht Frau Salai mit dem roten Paket über den Balkon. Beim Nachbarn brennt immer noch Licht. „Können Sie nicht schlafen?“ flüstert Frau Salai. „Nehmen Sie das Paket. Es bringt Glück und Zufriedenheit.“

Anna und die Großmutter kommen wieder in’s Dorf. Anna rodelt mit Stefan. Die anderen Kinder bauen einen Schneemann. Ein Mann setzt sich zur Großmutter und erzählt ihr, was da und dort passiert ist. Er erzählt ihr auch die Geschichte vom roten Paket.

Die Ferien sind vorbei. Anna fährt wieder fort. Traurig trottet sie neben der Großmutter zum Bahnhof. Die Großmutter ist noch trauriger. Jetzt wird sie wieder alleine sein. „Ich komme bald wieder“, will Anna sie trösten. Die Großmutter hat Tränen in den Augen. Der Zug fährt ein. Möchten Sie das Paket haben?“ Boris und Stefan strecken der Großmutter das rote Paket entgegen. „Man darf es nicht aufmachen“, sagt Stefan. „Es bringt Glück und Zufriedenheit“, sagt Boris. Anna lacht und klatscht in die Hände. „Es ist wieder da, Großmutter“, sagt sie. „Du hattest recht, eines ist genug.“

Aktuelles: Wie ist ihre Planung für das kommende Jahr? Wollen Sie 2018 Ihre Beziehungen deutlich verbessern, sich wirkungsvoller verständigen und klarer kommunizieren? Dazu bieten wir folgende Seminartermine für das Jahr 2018 an:

Zwei intensive 2-tägige Einführungsseminare in die Gewaltfreie Kommunikation finden in Jena statt; am 27./28. Januar 2018 und am 26./27. Mai 2018.

Auf die Grundlagen der Gewaltfreien Kommunikation aufbauend, können Sie diese vertiefen in einem Übungs- und Vertiefungsseminar am 1./2. September 2018 in Jena.

Wer gerne Reisen und Lernen miteinander verbindet, dem legen wir die Bildungsurlaube auf den Nordseeinseln Spiekeroog vom 23.-28.04.2018 und Baltrum vom 07.-12.10.2018 ans Herz.

Alle Termine und weitere Informationen finden Sie hier: www.ab-ins-kloster.de

Herausgeber: Hartke Unternehmensentwicklung GmbH
Dunlopstraße 9, 33689 Bielefeld
Fon: 05205 / 7290525 und Fax: 05205 / 7290527
© Copyright Anja Palitza, Olaf Hartke

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