349/2018 Was ist eigendlich Arbeit

Liebe Leserin und lieber Leser,

wir sind gerade fern vom Arbeitsplatz und doch mit der Arbeit verbunden. Ein paar Gedanken zum Thema „Arbeit“ haben wir uns vorhin gemacht.

Herzliche Grüße, diese Woche von uns beiden aus der Nähe von Biarritz
Anja Palitza & Olaf Hartke

Thema: Was ist eigentlich Arbeit

Zitat: „Erst wenn ein Mensch keinen Grund hat, etwas zu tun, hat er einen Grund es nicht zu tun.“ (Walter Scott)

Beispiel: Wir sind an Frankreichs Atlantikküste auf einem Zeltplatz. Inmitten der fast 500 Jahre alten Bäume hier, genießen wir hin und wieder von unserem Sitzplatz, an dem wir gerade an unseren Mails arbeiten, den Ausblick auf das Meer und staunen über die 2-3 Meter hohen Wellen und die Wucht der Brandung.

Und während wir neben den Mails noch über ein Thema für den Coachingbrief nachdenken, huscht Anja eine Reihe von Fragen durch den Kopf:

„Kann man das, was wir hier im Moment machen, überhaupt Arbeit nennen?

Ab wann ist Arbeit denn als Arbeit zu bezeichnen und ab wann hat man Freizeit?

Gibt es einen Punkt, an dem auch die Arbeit zum puren Vergnügen wird und man an dem, was man schafft, reine Freude aber das Ganze nicht als Arbeit empfindet?“

Wenn es so etwas gibt, dann ist dies so ein Moment. Wir können uns gerade nichts Schöneres vorstellen und schreiben mit Genuss.

Information: Jegliche Handlung die wir verrichten, dient immer einer Bedürfniserfüllung. So gesehen gibt es im Modell der Gewaltfreien Kommunikation ja auch kein „Muss“ und kein „müssen“. Denn wir allein entscheiden über unser Tun. Manchmal scheint es uns jedoch so, als wenn wir keine Wahl hätten. Und doch gibt es immer die Wahlmöglichkeit zwischen verschiedenen Handlungsoptionen oder mindestens die Wahl zwischen Handeln und Unterlassen.

Manche Situationen bieten jedoch nicht die Auswahl an (Lieblings-)Optionen, die wir gern hätten. Und wenn uns nur zwei Möglichkeiten zur Auswahl stehen und die Entscheidung eher wie eine Wahl zwischen Pest oder Cholera anmutet, dann verleitet dies recht schnell zum Denken: „Ich muss ja. Ich habe ja keine Wahl.“

Beobachtbar ist dann meist, dass die Energie für diese Art von Aufgabe sinkt und man keine Freude entwickelt bei der Umsetzung seiner Entscheidung. Und doch haben wir sie ja gewählt. Die Arbeit ist bei vielen Menschen ein Beispiel für solche Situationen. Sie denken, sie „müssten“ arbeiten.

Hilfreich kann es sein, sich das scheinbare „müssen“ beim jeweiligen Thema einmal bewusst zu machen und sich dann selbst die Frage zu stellen:

„Welches Bedürfnis erfülle ich mir, wenn ich mich für die Handlung entscheide, von der ich denke, dass ich sie leisten „muss“.“

Findet man wirklich keinerlei Bedürfnis, dann kann man diese Handlung auch abwählen und sie nicht leisten. Doch meistens wird man mit dieser Denkweise auch hinter den „Pest-oder-Cholera-Entscheidungen“ gute Gründe finden.

Ein zweiter Blick kann den Bedürfnissen gelten, die unerfüllt bleiben, wenn man sich nun bewusst – mit Kenntnis der „guten Gründe“ – für die „ungeliebte Wahloption“ entscheidet.

Was würde man stattdessen gerne tun und welche Bedürfnisse würden sich dadurch erfüllen? Auch diese gerade nicht erfüllbaren Bedürfnisse wollen gesehen und berücksichtig werden. Und man braucht Strategien für den Alltag, wie man diese Bedürfnisse später nähren kann. Auch wenn wir alle mehr oder weniger den Bedürfnisaufschub trainiert haben, macht es auf lange Sicht unzufrieden, die aufgeschobenen Bedürfnisse dauerhaft nicht zur Erfüllung zu bringen.

Zum Sofort Üben: Welche Bedürfnisse erfüllen sich die Coachingbriefschreiber beim Verfassen des Coachingbriefes. (Unsere Anregung finden Sie am Ende.)

Wochenaufgabe: Wo erleben Sie in Ihrem Alltag ein „müssen“? Welche Bedürfnisse erfüllen Sie sich, wenn Sie diesem „müssen“ folgen? Wenn Sie sich bewusst machen, dass Sie sich dafür entscheiden, weil es Ihnen der Bedürfniserfüllung dient, verändert sich dann schon etwas bezüglich der Energie, mit der Sie diese Entscheidung umsetzen? Und würde sich die Energie nochmals verändern, wenn Sie eine veränderte Art und Weise (Strategie) finden würden, so dass sie Ihnen mehr Freude und Spaß bringen würde?

Aktuelles:
In unserem Einführungsseminar Gewaltfreie Kommunikation vom 19.-21. Oktober 2018 in Berlin sind noch Plätze frei. Wer sich mit den Inhalten der Gewaltfreien Kommunikation näher auseinandersetzen möchte und die darin enthaltene Kraft und Energie erleben möchte, sei herzlich eingeladen in Gemeinschaft auszuprobieren und zu trainieren.

Weitere Angebote und nähere Informationen:
http://www.erfolgsschritte.de/seminare-trainings/termine.php

Sie sind mit der Mailadresse [email] für den Empfang dieses Coachingbriefes eingetragen.
Wenn Sie sich abmelden möchten, klicken Sie bitte hier

Anregung: Anja: „Arbeit wird für mich leichter zu einem Vergnügen, wenn ich mich bewusst dafür entscheide und mir gleichzeitig auch bewusst mache, welche Bedürfnisse ich mir damit erfülle.

Schreiben hat für mich etwas mit Selbstausdruck und (Mit-)Teilen zu tun. Ich kann mich beim Schreiben mit dem Thema beschäftigen, welches mich gerade am Meisten bewegt. Ich kann dabei Lernen und Wachsen. Und ich kann damit zu den Bedürfnissen anderer Menschen beitragen. Mein Ergebnis dient womöglich der Inspiration, dem Lernen, der Weiterentwicklung anderer Menschen. Das ergibt für mich den größten Sinn (auch ein Bedürfnis) im Leben. Mit dem was ich mache, trage ich zum Einen zu meinem Leben bei und gleichzeitig zum Leben anderer Menschen.

Und wenn ich mir dann noch bewusst mache, in welcher Umgebung ich hier schreiben kann und darf, dann steigert dies noch meine Freude und den Genuss an meinem Tun, weil es noch zahlreiche weitere Bedürfnisse erfüllt wie z.B. Schönheit, Freiheit und Selbstbestimmung von Arbeitsort und Arbeitszeit.“

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