414/2019 SUNA – Über die Beständigkeit einer 12-jährigen Workshop-Reihe

Liebe Leserinnen und liebe Leser,

in den letzten Tagen war ich (Olaf) gedanklich häufig bei einem Workshop, den ich im Juni 2020 in England moderieren werde. Was diesen Termin für mich besonders macht, ist die Gruppe der Teilnehmer. Einige davon kenne ich bereits seit über 15 Jahren.

Im Dezember 2007 begann im Kloster Frauenberg in Fulda diese Workshop-Reihe unter dem Titel „So – und nicht anders – wird mein Jahr 2008“. (SUNA)

Untertitel: Eine Auszeit im Kloster für Selbständige und Freiberufler.

Inhalte: Abstand vom hektischen Alltag und eine ruhige Zeit für die Reflektion des vergangenen Jahres, Austausch mit Menschen in ähnlichen Situationen, Klärung der persönlichen Prioritäten, Hinterfragen von hinderlichen Überzeugungen, Planung der nächsten beruflichen und privaten Ziele.

Zweck: Geklärt und gestärkt zurück in den Alltag gehen, um wieder die manchmal herausfordernden Aufgaben in den verschiedenen Lebensbereichen zu meistern. 

Das Konzept kam an. Der „harte Kern“ der Gruppe kommt inzwischen quartalsweise zu diesen Auszeiten in deutschen Klöstern und wir haben das 10-jährige Jubiläum in Rom, im Gästehaus des Deutschen Ordens verbracht. Nun steht das 12,5-jährige Jubiläum an und das feiern wir im Juni 2020 mit einem Auslandsaufenthalt in einem alten, ehrwürdigen Benediktiner-Kloster im südwestlichen England.

Was mich bei den Vorbereitungen immer wieder gedanklich beschäftigt, ist das Thema „Beständigkeit“. Mehr dazu im Folgenden.

Herzliche Grüße aus Tutzing am Starnberger See
Anja Palitza & Olaf Hartke

Zitat: „Wenn es Dir gut tut, dann komm.“ (Franz von Assisi, ital. Heiliger)

Beispiel: Eine feste Gruppe von Selbständigen und Freiberuflern trifft sich seit 2007 bis zu viermal im Jahr, um an zwei Tagen im Kloster Zeit mit den obigen Themen zu verbringen. Einige Teilnehmer haben fast jeden Termin wahrgenommen; Hinderungsgründe waren bei ihnen lediglich feste Operationstermine, eine Hochzeitsfeier, ein Unfall und die Geburt eines Enkelkindes. Ansonsten – immer dabei.

Woran liegt es, das ein Workshop über so viele Jahre dieselben Menschen immer wieder dazu bringt, den Termin fest im Kalender zu haben und sich auf den Weg zu machen, um diese Zeit gemeinsam zu verbringen? Woher kommt diese Beständigkeit; was begünstigt dieses Durchhaltevermögen?

Information: Wenn Menschen sich freiwillig immer wieder neu für etwas sehr Beständiges entscheiden, das sowohl Geld als auch Zeit kostet, dann muss es triftige Gründe geben.

Eine der Grundannahmen der Gewaltfreien Kommunikation lautet: „Menschen sehnen sich nach der Erfüllung ihrer Bedürfnisse und schöpfen daraus ihre Handlungsmotivation.“

Diese grundlegende Annahme über den Menschen beantwortet – jedenfalls durch die Brille des Rosenberg´schen Modells gesehen – die Frage nach der Beständigkeit der Gruppe aus dem Beispiel zumindest teilweise.

Die Workshop-Inhalte, die Rahmenbedingungen und das Kloster-Ambiente erfüllen anscheinend gleich eine ganze Reihe von Bedürfnissen.

Noch deutlicher wird es, wenn man eine zweite Grundannahme hinzuzieht: „Menschen sind soziale Wesen und zur Erfüllung vieler ihrer Bedürfnisse voneinander abhängig.“

Menschen halten sich also gern in Gemeinschaften auf, wenn diese so organisiert sind, dass sich darin Bedürfnisse erfüllen.

(Das wäre auch ein spannendes Coachingbrief-Thema: Wie können Unternehmen im Wettkampf um kompetente Mitarbeiter und im Ringen um deren Arbeitsmotivation, wenn sie dann da sind, die Rahmenbedingungen des Arbeitsverhältnisses so gestalten, dass sich möglichst viele Bedürfnisse der Mitarbeiter erfüllen – ohne dass diese Maßnahmen die  Rentabilität des Unternehmens senken. Optimalerweise diese sogar steigern, weil die Mitarbeiter engagiert, kreativ und gesund sind. Welches Unternehmen oder genauer welche Führungskräfte fragen ihre Mitarbeiter schon nach ihren Bedürfnissen und wie sie besser erfüllt werden könnten?)

Zurück zum Thema Beständigkeit. Nach dem Modell der Gewaltfreien Kommunikation ist die Teilnahme-Beständigkeit der SUNA-(So und nicht anders)-Gruppe schnell erklärt: Der regelmäßig stattfindende Workshop erfüllt viele Bedürfnisse der Teilnehmer auf einmal. Werfen wir dazu einmal einen Blick auf die Bedürfnis-Liste des Modells:

Voran die „existenziellen Bedürfnisse“:
Luft, Wasser, Nahrung, Bewegung, Schutz, Ruhe, Unterkunft
Hinter dicken Klostermauern finden wir stille Räume. Das Kloster selber und die umliegende Landschaft laden zum Spazierengehen oder Joggen ein. Die Klosterküchen sorgen für das leibliche Wohl.
Mini-Eindruck vom Sommer 2019 im Kloster Hedersleben

Die Bedürfnisgruppe „Verbundenheit“ wird ebenfalls bedient:
Spiritualität, Schönheit, Harmonie, Inspiration, Ordnung, Frieden, Gemeinschaft
Die Klosterkirchen stehen zur Verfügung, gepflegte Klostergärten laden zum Verweilen ein, es herrscht eine ruhige und friedliche Atmosphäre, Inspiration entsteht in den Gesprächen mit anderen – man erlebt Gemeinschaft.

Die umfangreiche Gruppe der „Bedürfnisse des Miteinanders“:
Anerkennung, Akzeptanz, Aufmerksamkeit, Aufrichtigkeit, Ehrlichkeit, Empathie, Geborgenheit, Respekt, Rücksichtnahme, Sicherheit, Unterstützung, Verständnis, Vertrauen, Wertschätzung, Zugehörigkeit
Die Gruppenmitglieder unterstützen sich gegenseitig und über die anmoderierten Fragen und Übungen entsteht ein Rahmen für eine Gemeinschaft und ein Miteinander, der diesen Bedürfnissen entgegenkommt.

Die Bedürfnisse rund um das Bedürfnis „Autonomie“:
Träume leben, Werte wählen, Planentwicklung, Zielverfolgung
Genau darum geht es inhaltlich in den Workshops: Erkennen, was man möchte. Planen, wie es erreichbar wird. Aufgaben definieren, die Pläne zu erfüllen.

Auch die Bedürfnisgruppe „Integrität“ wird angesprochen:
Authentizität, Kreativität, Sinn, Entwicklung, Selbstwert, Effektivität, Lernen, Wachsen, Klarheit, Struktur
Man darf man selbst sein, kreative Ideen diskutieren und oft auch in Übungen Kreativität zeigen. Es geht um Lebenssinn und die eigene Entwicklung, um Klarheit und Struktur im schnelllebigen Alltag und es gibt immer wieder neue Themen, an denen man lernen und wachsen kann.

Das Bedürfnis nach „Ausdruck“:
Feiern (Erfolge, Erfüllung) und Bedauern (Misserfolge, Abschiede)
Auch das gehört zu den regelmäßigen Treffen. Austausch über die Dinge, die gut geklappt haben und die als Erfolge verbucht werden. Und genauso um die Bereiche, in denen Erfolge noch auf sich warten lassen oder in denen einfach mehr Erfolge gewünscht werden.

Und last, but not least – die Bedürfnisse rund um die „Leichtigkeit“
Spiel, Freude, Lachen
Spiele gibt es immer wieder im Rahmen der Übungen und Freude und Lachen sind häufig zu erleben. Spaß erleichtert die Arbeit an den Themen und die Abende sind manchmal lang.

Aktuelles:

05.-07. Dezember 2019
Der nächste SUNA-Workshop „So – und nicht anders – wird mein Jahr 2020!“
Für Selbständige und Freiberufler (Und für Menschen mit Existenzgründungs-Ideen und –planungen zur Vorbereitung und zur Diskussion der Geschäftsidee geeignet.)

Januar 2020
Unser Angebot „Wandeltage 2020“ startet im Januar.
Sechs GFK-Wochenenden in sechs verschiedenen Klöstern in der Mitte Deutschlands.
Hier die Information für weitere Interessenten:

Weitere Termine im Jahr 2019

http://www.ab-ins-kloster.de

13.11.2019 Gewaltfreie Kommunikation als Basis für ein wirksames Miteinander im Beruf
Eine Weiterbildung über die Jugendberufshilfe Thüringen e.V.

15.11.2019 Workshop Wut und Würde in Naumburg

16.11.2019 Vertiefungsseminar Gewaltfreie Kommunikation in Jena – 2 Tage
29.11.2019 Vertiefungsseminar Gewaltfreie Kommunikation in Berlin – 2 ½ Tage

25.01.2020 Vertiefungsseminar Gewaltfreie Kommunikation in Arnsberg 2 Tage
Hier liegen uns schon mehrere Anmeldungen von Paaren vor. Vielleicht wollen Sie mit Ihrem Partner teilnehmen und Ihr Miteinander im Alltag ausbauen? Nutzen Sie die einmalige und besondere Gelegenheit und die Möglichkeit eines Partnerrabattes.

Und weil die Nachfrage für unser Einführungs- und Vertiefungsseminar in Jena so groß ist haben wir auch hier für 2020 schon neue Termine:

08.02.2020 Einführungsseminar Gewaltfreie Kommunikation in Jena – 2 Tage
09.05.2020  Vertiefungsseminar Gewaltfreie Kommunikation in Jena – 2 Tage

In 2020 zum 11. Mal auf der Hohgant-Hütte

Vom 24.-28.02.2020 exklusiv für Paare – Die Schneeschuhwanderung mit Paar-Themen im GFK-Seminar.

Kennen Sie diese Herausforderungen in der Partnerschaft?

  • Das „Schmetterlinge-im-Bauch-Gefühl“ geht innerhalb von 6-12 Monaten nach dem ersten „Verliebtsein“ verloren.
  • Die Partner entwickeln während ihrer Beziehung unterschiedliche Interessen und stellen die Weichen für veränderte Lebenswege.
  • Berufliche Veränderungen, eigene Kinder und möglicherweise noch Wohneigentum sorgen für neue Herausforderungen.
  • Zärtlichkeit und Sexualität bekommen für den Partner eine andere Bedeutung und einer von beiden „kommt zu kurz“.
  • Konflikte lassen sich nur noch schwer oder gar nicht mehr klären und belasten die Partnerschaft dauerhaft.
  • Im Spannungsfeld zwischen den Konfliktthemen und den veränderten persönlichen Interessen gelingt die Kommunikation nicht mehr wie früher und die Gespräche werden kürzer und schwieriger.

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Wie gewohnt in 11-jähriger Tradition auf der Hohgant-Hütte

Das Leben lieben lernen – Gewaltfrei leben – Die Schneeschuhwanderung für Einzelpersonen und Paare mit allgemeinen Lebens-Themen im GFK-Seminar.

Zwei Dinge beschäftigen die meisten Menschen:

  • Wie kann ich sagen, was ich denke und mir gleichzeitig die Kooperation meines Gegenübers erhalten?
  • Wenn ich keinen Einfluss auf das Verhalten meines Gegenübers habe, wie kann es mir gelingen, mich selbst nicht zu ärgern?

29.02.-04.03.2020 auf der Hohganthütte bei Interlaken im Naturpark Berner Oberland

Herausgeber:
Hartke Unternehmensentwicklung GmbH
Dunlopstraße 9, 33689 Bielefeld
Fon: 05205 / 7290525 und Fax: 05205 / 7290527
http://www.ab-ins-kloster.de
© Copyright Anja Palitza und Olaf Hartke

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