329/2018 Irgendwas ist immer! – Oder: Lassen Sie doch mal Ihre Gedanken springen.

Liebe Leserinen, liebe Leser,

„Irgendwas ist immer…“, so lautet die geprägte Aufschrift auf einem alten Notizbuch in meinem (Olaf) Bücherregal.

Bei der Suche nach einem Thema für den heutigen Coachingbrief fiel mir dieser Notizbuchdeckel-Aufdruck auf und ich hatte dann die Idee, einfach mal die alte Tageszeitung zu nehmen, die hier auch im Regel steckt, und zu schauen, welches Thema mich „anspringt“. Ich bin in wenigen Sekunden fündig geworden. Irgendwas ist halt immer, das einen bewegt.

Heute für Sie daher mal eine Selbstreflexion meiner Gedanken während des Schreibens des Coachingbriefes.

Herzliche Grüße von uns beiden aus Jena und Bielefeld

Anja Palitza & Olaf Hartke

 

Thema: Irgendwas ist immer! – Oder: Lassen Sie doch mal Ihre Gedanken springen.

Zitat: „Wir werden geformt durch unsere Gedanken. Wir werden das, was wir denken. Wenn unser Geist rein ist, folgt die Freude wie ein Schatten, der uns nie verlässt.“ (Buddha)

Beispiel: Ich nehme mir eine alte Zeitung und schlage sie auf. Und tatsächlich springt mich sofort etwas für meine Themensuche an: Ein bereits altes Bild des US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump und darunter der folgende Text:

„Wenn ich kandidieren würde, ich würde als Republikaner kandidieren. Sie sind die dümmste Gruppe von Wählern im Land. Sie glauben an alles auf Fox-News. Ich könnte lügen und sie würden es immer noch glauben. Ich wette, mein Wahlergebnis wäre großartig.“
Donald Trump, People Magazine 1998

Information: Nachdem mich die obige Nachricht nun angesprungen hat, bieten sich mehrere Themen für den Coachingbrief an. Das naheliegendste war spontan für mich:

  1. Die umstrittene Person Donald Trump und was für ein Mensch er ist.

Das habe ich genauso schnell wieder weggeschoben; im Internet findet sich bereits genug Lesestoff darüber, denke ich. Thema Nummer zwei lautete:

  1. Was kann man nun als Einzelner tun, um zu einer Veränderung beizutragen? An was könnte man sich beteiligen, um aufzurütteln und etwas in Bewegung zu bringen, weil es so doch nicht weitergehen kann!?

Während meiner Recherche für diese Zeilen hier finde ich im Internet Berichte darüber, dass das obige Trump-Zitat ein Fake ist. Thema Nummer drei wühlt mich auch auf:

  1. Was kann man in den Medien heute noch glauben? Kann der Fake-Vorwurf mehrerer Nachrichtensender auch eine Kampagne des Weißen Hauses zur Rettung der Ehre von Donald Trump sein?
    https://www.snopes.com/fact-check/1998-trump-people-quote/

Spüren Sie mal in sich hinein – wie geht Ihnen, wenn Sie diese Themen-Vorauswahl lesen? Welche Gefühle werden lebendig?

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Entschieden habe ich mich dann für ein Thema, das bei mir erstmal eher abseits stand, aber mir dann in der Vorbereitung auf das Schreiben hier immer wichtiger wurde.

  1. Gefühle folgen (auch) Gedanken

Und damit schließt sich auch der Bogen zum obigen Buddha-Zitat. „Wir werden geformt durch unsere Gedanken.“ Sehr deutlich konnte ich spüren, wie meine Themensuche und das Hineindenken in die möglichen Themen meine Stimmung veränderte.

Und je nachdem auf was genau ich meine Gedanken richtete, stellten sich begleitend auch Gefühle ein, die mir deutlich anzeigten, ob meine Bedürfnisse im Zusammenhang mit dem gewählten Denk-Thema eher erfüllt oder unerfüllt sind. Beim Gedanken an Donald Trump sind es eher unerfüllte Bedürfnisse, die sich da melden. Bei meinen Gedanken daran, wie einfach es heutzutage ist, Menschen öffentlich Aussagen zuzusprechen, die sie so nie getätigt haben, allerdings auch.

Und genauso bemerke ich jetzt beim Schreiben, wie sich meine Stimmung wieder verändert, nachdem ich mein Denken auf inhaltliche Erklärungen und Formulierungen des Coachingbriefes fokussiere.

„Irgendwas ist immer…“. Der Satz auf dem Notizbuchdeckel kommt mir wieder in den Sinn. Spannend wäre es für mich jetzt – wenn wir gemeinsam im Seminar säßen – zu fragen, wie Sie diesen Satz interpretieren und welche Gedankengänge sich bei Ihnen anschließen.

Als Notizbuchdeckel-Aufdruck interpretiere ich ihn als Einladung, etwas aufzuschreiben, das so wichtig ist, dass es den Moment überdauern soll. Als Aufforderung, etwas schriftlich festzuhalten, das wert ist, nicht vergessen zu werden.

Doch der Satz als Gedanke allein kann natürlich auch solche Gedanken folgen lassen: „Irgendwas ist immer,… das mir nicht gefällt.“ Oder: „…, das mir im Weg steht.“

Denken Sie manchmal auch in diese Richtung?

Dann probieren Sie mal nach dem obigen vielleicht eher unbewussten und automatischen Gedankensprung einen bewussten und vielleicht auch noch zu übenden Gedankensprung aus:

„Irgendwas ist immer,… das ich auch Ansehen oder „be-denken“ kann und das mir gut gefällt.“ Oder: „… das mir gerade viele Bedürfnisse erfüllt.“

Damit möchten wir nun gewiss keine „Denke-immer-positiv-und-alles-ist-gut-Haltung“ als Basis für ein erfülltes Leben propagieren. Wir möchten Sie eher einladen einmal zu prüfen, mit welcher gedanklichen Fokussierung oder Ausrichtung Sie öfter in Ihrem Leben unterwegs sind.

Und wir möchten nochmal an den Sinn von Gefühlen nach Marshall Rosenbergs Modell der Gewaltfreien Kommunikation erinnern: Gefühle machen aufmerksam auf erfüllte und unerfüllte Bedürfnisse. Und manchmal werden sie sehr intensiv, um uns zum Handeln zu bringen, damit nach der Handlung bestimmte Bedürfnisse wieder erfüllt sind. Das zeigen uns dann anschließende Gefühle wie Zufriedenheit, Freude, Entspannung und Heiterkeit an und – „das Leben fühlt sich wieder lebenswert an“.

Vertiefend zu diesem Thema können Sie bei Interesse auch nochmal einen erst kürzlich versendeten Coachingbrief nachlesen:

https://gewaltfrei.blog/2018/01/08/320-2018-woher-kommen-denn-nun-die-gefuehle/

Wochenaufgabe: Prüfen Sie Ihre Denk-Gewohnheiten. Wohin gehen Ihre Gedanken zurzeit öfter? Zu Themen, bei denen erfüllte Bedürfnisse bewusst werden, indem sich „angenehme“ Gefühle zeigen? Oder tendenziell zu Themen, die durch „unangenehme“ Gefühle anzeigen, dass Bedürfnisse nicht erfüllt sind und Sie möglicherweise Handlungsbedarf haben?

Und beides darf sein. Das Leben verläuft nicht linear, sondern in Kurven und Bögen; es entwickelt sich mit „Aufs und Abs“. Wir können das nicht kontrollieren. Doch meine Überzeugung und auch persönliche Erfahrung ist: Wir können Einfluss darauf nehmen und das beginnt u.a. mit der bewussten Wahrnehmung unserer Gedankensprünge und der darauf aufbauenden Gedankenketten.

Kontrollieren kann man die Gedanken zwar manchmal auch nicht, aber zumindest können wir auf sie erstmal leichter Einfluss nehmen, als auf Situationen und Personen. Und mit Gedanken an Bedürfniserfüllung und Gedanken an dazu hilfreiche und umsetzbare Strategien, ist ein erster wichtiger Schritt Richtung Veränderung getan.

Aktuelles: Die nächsten Termine:

Einführungsseminar Gewaltfreie Kommunikation am 26./27. Mai 2018 in Jena.
Übungs- und Vertiefungsseminar am 1./2. September 2018 in Jena.

Wer gerne Reisen und Lernen miteinander verbindet und das gemeinsame füreinander Dasein erleben möchte, dem legen wir unser Seminar auf dem Hohgant nahe. Wir werden 2019 erneut den Berg besteigen. Da wir im kommenden Jahr unser zehnjähriges Hohgant-Jubiläum feiern, bieten wir gleich zwei Gelegenheiten:

Vom 22.02.-27.02.2019 – Hohgant für Paare (Speziell auf Paare ausgerichtete Inhalte)

Vom 27.02.-03.03.2019 – Hohgant für Einzelteilnehmer und natürlich auch für Paare (allerdings keine speziell auf Paar-Themen ausgerichteten Inhalte)

In beiden Seminaren schauen wir auf die Grundlagen Gewaltfreier Kommunikation und bieten in darauf aufbauenden Übungen weitere Einblicke in verschiedene vertiefende Aspekte des Modells Gewaltfreie Kommunikation an.

Informationen zum Paar-Seminar folgen; alle weiteren Termine und Informationen finden Sie hier:
www.ab-ins-kloster.de

 

 

Herausgeber:
Hartke Unternehmensentwicklung GmbH
Dunlopstraße 9, 33689 Bielefeld
Fon: 05205 / 7290525 und Fax: 05205 / 7290527
© Copyright Anja Palitza, Olaf Hartke

 

 

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