267/2017 Neujahr und die guten Vorsätze

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wieder ist ein Jahr vergangen und wir freuen uns auf das neue, frisch vor uns liegende Jahr.

Wir haben mal in unseren bisherigen Coachingbriefen gestöbert und sind auf ein „Anfang-Januar-Thema“ gestoßen, dass auch in diesem Jahr zum Gelingen Ihrer Vorsätze beitragen könnte.

Herzliche Grüße diese Woche von uns beiden aus dem verschneiten Jena

Anja Palitza & Olaf Hartke

 

Thema: Neujahr und die guten Vorsätze

Zitat: „Wenn unser Sprachgebrauch Wahlmöglichkeiten leugnet, durch Worte wie „Du solltest“, „Du musst“, „Du kannst nicht“, dann wird unser Verhalten von einer vagen Empfindung von Schuld, Verpflichtung oder Gezwungensein bestimmt.“
(Marshall Rosenberg)

Beispiel: Andreas, Bernd und Christian legen am Silvesterabend fest, dass sie im kommenden Jahr viel Sport machen und auf ihre Ernährung achten wollen.

Andreas: „Ich darf ab morgen keine Schokolade mehr essen, kein Eis und kein fettes Fleisch.“ Bernd: „Ich habe auch ein klares Ziel. Um wieder meine 90 Kilo zu erreichen, muss ich bis Mai jede Woche 150 Kilometer Rad fahren.“ Christian meint dazu: „Meine Frau sagt, wir sollten unsere jährlichen Fitness-Vorhaben endlich mal konsequent umsetzen, statt sie immer wieder neu zu beschließen.“

Drei Wochen später treffen sich die drei Freunde wieder und sprechen gemeinsam über ihre Vorhaben.

Andreas: „Also mein Vorsatz hat genau drei Tage gehalten, dann hat mein Bruder Geburtstag gefeiert und ich habe einfach das Schlemmen nicht sein lassen können. Es war zu lecker. Am nächsten Tag hatte ich dann gleich wieder ein Kilogramm mehr auf der Waage, am Tag danach nochmal und dann habe ich meine Diät aufgeben.“

Bernd: „Ich habe die erste Woche durchgehalten, dann habe ich Knieprobleme bekommen und seitdem ruht mein Vorhaben.“

Christian: „Ich getraue es mir gar nicht zu sagen. Wir haben noch gar nicht begonnen unser Fitnessvorhaben umzusetzen. Ich bin einfach vor acht Uhr abends nicht aus dem Büro gekommen – da blieb keine Zeit zum Hanteln stemmen.“

Information: Unser Verstand weiß sehr genau, was z.B. im Bereich der Gesundheit „gut für uns“ wäre. Er kennt die modernen Ernährungs- und Bewegungsregeln und er ist in der Lage, klare Ziele und Aufgaben für die kommende Zeitperiode zu definieren. Ob wir die Aufgaben erfüllen und unsere Ziele erreichen, hängt jedoch nicht so sehr von der Schärfe unseres Verstandes ab, sondern viel mehr von der jeweils aktuellen Mischung unserer persönlichen Bedürfnislage. Und wenn unsere Strategien für Bedürfnisse nach Genuss, Freude, Feiern und Entspannung mit den Bedürfnissen nach Gesundheit, Ästhetik, Zielerreichung und Erfolg im Wettbewerb stehen, entscheidet eben nicht immer der Verstand über die nächsten Strategien zur Bedürfniserfüllung, sondern wir erfüllen uns unbewusst die „hungrigeren“ Bedürfnisse („Mist, schon wieder verschlafen und nun ist es zu spät zum Radfahren.“) oder „unbeherrschbare Mächte in uns“ sorgen für die Erfüllung („Keine Ahnung wieso, aber plötzlich war die ganze Tafel Schokolade weggegessen.“).

Da helfen meistens auch keine „Ich muss…“- und „Ich sollte…“-Formulierungen. Besonders dann, so unsere Erfahrung, wenn wir uns selber mit dem Gebrauch der Worte von „ich muss“ oder „ich sollte“ motivieren wollen, tragen wir ganz unbewusst dazu bei, dass wir unsere eigenen Ziele zu sabotieren beginnen. Wir haben keinerlei emotionale und attraktive Verbindung zu ihnen aufgebaut. Als hilfreicher sehen wir es an, sich beider Bedürfnissen bewusst zu werden. D.h., sich zu fragen: „Welche kurzfristigen Bedürfnisse erfülle ich mir gerade?“ und „Welches Bedürfnis möchte ich langfristig berücksichtigen?“. Dann kann nach Strategien gesucht werden, die beide Bedürfnisse berücksichtigen. Und die langfristigen Bedürfnisse brauchen einen attraktiven, emotionalen Anreiz. So kann ich mich zum Beispiel fragen: „Weshalb will ich gesund bleiben?“; „Wie erlebe ich mich, wenn ich gesund bin?“ oder „Was bedeutet es für mich, wenn ich gesund bin?“

Zum „Sofort-Üben“: Welche scheinbar gegensätzlichen Bedürfnisse können Sie in unserem Beispiel entdecken? (Unseren Vorschlag finden Sie am Ende der Mail.)

Wochenaufgabe: Achten Sie in den kommenden Tagen darauf, welche Bedürfnisse Sie sich erfüllen, wenn Sie feststellen, Sie verhalten sich nicht konform zu Ihren Vorsätzen für das kommende Jahr. Auch mit den Handlungen oder Handlungsunterlassungen, die Ihr Verstand hinterher kommentiert mit „Wie konntest Du nur wieder so inkonsequent sein?!“, erfüllen Sie sich Bedürfnisse. Und es scheinen auch wichtige Bedürfnisse zu sein, da sie sich offensichtlich nicht ignorieren lassen. Finden Sie Strategien, wie sich beide Bedürfnisse berücksichtigen lassen.

Aktuelles: Seminarangebote 2017 auf unserer Website

© Copyright Anja Palitza, Olaf Hartke

 

Unser Vorschlag: Schnell geht man davon aus, es müsse um Gesundheit gehen. Doch wenn man genauer hinschaut, dann kann man noch ganz andere Bedürfnisse vermuten. Und hier liegt eine wirkliche Kraft Gewaltfreier Kommunikation verborgen. Denn es gilt, alle hungrigen Bedürfnisse im Blick zu behalten.

Andreas: Gesundheit/Wohlbefinden/ – Genuss/Gemeinschaft/Zugehörigkeit (in der Familie wird generell gern und viel gegessen)

Bernd: Zufriedenheit/Ästhetik/Bewegung/Wohlbefinden – Schutz der Gesundheit/Schmerzfreiheit/Erhalt von Beweglichkeit und Mobilität/Wohlbefinden

Christian: Verlässlichkeit gegenüber sich selber und den eigenen gesetzten Vorhaben/ Verbindung und Gemeinschaft in der Partnerschaft/Beitragen zum Wohlergehen der Partnerin – Erfolg in der Arbeit/Verlässlichkeit hinsichtlich seiner Zusagen am Arbeitsplatz

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