408/2019 Die Macht der Bitte

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

wochenlang war unser Einführungsseminar am kommenden Wochenende ausgebucht und nun hat eine Kleingruppe ihre Teilnahme verschoben. Die Wartelisten-Interessenten sind nachgerückt und zwei Plätze sind noch frei.

Haben Sie kurzfristig Zeit und Interesse?

Herzliche Grüße aus Jena und Bielefeld

Anja Palitza & Olaf Hartke

 

Thema: Die Macht der Bitte

Zitat: „Habe keine Angst, um das zu bitten, was Du haben willst. Du wirst es nicht immer bekommen, doch wenn Du nicht fragst, ist die Antwort immer nein.“ (Meike Winnemuth)

Und das dies keine Neuentdeckung unserer Zeit ist, belegt dieses Zitat aus dem 17. Jahrhundert:

„Es ist erstaunlich – je öfter ich sage, was ich will, desto öfter bekomme ich es auch.“ (Francois de la Rochefoucauld)

Beispiel: Maria hat einen großen Wunsch. Sie will für drei Monate pilgern gehen. Dazu hätte sie gern eine Freistellung von der Arbeit und das Einverständnis ihrer Chefin. Doch ihr ist es unangenehm zu fragen. In ihrem Kopf tauchen zahlreiche Möglichkeiten auf, wie die Chefin reagieren könnte. Ihre Befürchtungen werden immer wilder und halten sie immer mehr davon ab, überhaupt zu fragen.

Information: Bitten zu stellen, ist für einige Menschen immer wieder eine große Herausforderung. „Lieber um nichts bitten, dann bekomme ich auch keine Absagen.“, dass hören wir so manches Mal in unseren Seminaren. Ja, das ist nachvollziehbar und gleichzeitig fragen wir uns, was bei dieser Entscheidung mit dem eigenen Wunsch womöglich mit der Lieblingsbitte passiert? Bevor sie eine Chance für die Erfüllung bekommt wird sie schon von einem selbst abgewählt. Was wäre, wenn wir alle unsere Bitten immer stellen würden?

Als hilfreich erachten wir an dieser Stelle, dass man nicht an seiner Lieblingsbitte kleben bleibt. Denn wenn diese nicht zu den Bedürfnissen anderer Menschen passt dann ist es günstig, wenn man weitere Ideen hat, wie man sein Bedürfnis noch mit einer alternativen Strategie erfüllen könnte. Wenn ich Erholung brauche und meine Lieblingslösung die ist, dass ich allein im Wohnzimmer auf der Couch liege wird es kniffelig, wenn die Kinder zum Spielen kommen. Und auch meine zweite Lösung für mein Bedürfnis ist gefährdet, wenn im Schlafzimmer gerade geputzt wird. Hilfreich für mich selbst ist es, wenn ich dann weitere Ideen für mich umsetzen kann, die mir die Erholung bringen, die ich gerade dringend benötige.

Zum „Sofort-Üben“: Wie könnte eine Bitte in dem von uns oben beschriebenen Beispiel ausgesprochen klingen? (Unsere Gedanken und zum Abschluss dazu noch eine kleine Geschichte finden Sie am Ende des Coachingbriefes.)

Wochenaufgabe: Überprüfen Sie diese Woche doch einmal, wie oft Sie Ihre Lieblingslösung erbitten oder diese zurückstellen. Falls Sie die Bitte zurückstellen, was sind die Gründe hierzu und welchem Bedürfnis dient das Zurückstellen?

Aktuelles:

Die ersten sieben Anmeldungen für unsere „Wandeltage 2020“ sind eingegangen.
Alle Klöster sind gebucht und die Gruppe geht im Januar 2020 an den Start.
Hier die Information für weitere Interessenten:
https://www.erfolgsschritte.de/seminare-trainings/m10_jahresausbildung_gfk.php

Termine im Jahr 2019

21.09.2019 Einführungsseminar Gewaltfreie Kommunikation in Jena – 2 Tage (wieder zwei Plätze frei)

06.10.2019 Bildungsurlaub auf der Nordseeinsel Baltrum (ausgebucht, Warteliste)

05. und 06.10. Tage der Gewaltfreien Kommunikation in Weimar
https://www.uni-weimar.de/de/universitaet/aktuell/pinnwaende/titel/tage-der-gewaltfreien-kommunikation-in-thueringen/

13.11.2019 Gewaltfreie Kommunikation als Basis für ein wirksames Miteinander im Beruf – eine Weiterbildung über die Jugendberufshilfe Thüringen e.V. https://www.jbhth.de/weiterbildung/sinnvoll-seminare/konflikte-loesen/seminare-konflikte-losen-und-gesprache-fuhren/seminare/detail/Event/gewaltfreie-kommunikation-als-basis-fuer-ein-wirksames-miteinander-im-beruf-97/

15.11.2019 Workshop Wut und Würde in Naumburg
https://www.erfolgsschritte.de/seminare-trainings/m03_wut_wuerde_gfk.php

16.11.2019 Vertiefungsseminar Gewaltfreie Kommunikation in Jena – 2 Tage
29.11.2019 Vertiefungsseminar Gewaltfreie Kommunikation in Berlin – 2 ½ Tage (ausgebucht, Warteliste)

Und weil die Nachfrage für unser Einführungs- und Vertiefungsseminar in Jena so groß ist haben wir für 2020 schon neue Termine:

08.02.2020 Einführungsseminar Gewaltfreie Kommunikation in Jena – 2 Tage
09.05.2020 Vertiefungsseminar  Gewaltfreie Kommunikation in Jena – 2 Tage

Diese und weitere Termine finden Sie unter: http://www.ab-ins-kloster.de

Was sagen Sie zu unserem Coachingbrief?
Wir freuen uns, wenn Ihnen dieser Coachingbrief gefällt und Sie ihn an Interessierte weiterleiten. Neue Leserinnen und Leser können sich hier in den Verteiler für den direkten Empfang per Mail eintragen:
http://www.coaching-briefe.com

Herausgeber:
Hartke Unternehmensentwicklung GmbH
Dunlopstraße 9, 33689 Bielefeld
Fon: 05205 / 7290525 und Fax: 05205 / 7290527
http://www.ab-ins-kloster.de
© Copyright Anja Palitza und Olaf Hartke

Unsere Gedanken zum Sofort-Üben und diesmal noch eine kleine Geschichte zum Abschluss:

Maria: Ich komme heute mit einer vielleicht außergewöhnlichen Bitte zu Ihnen. Darf ich reinkommen?

Chef: Gern

Maria: Danke. Da es schon immer ein großer Traum von mir ist, den Jakobsweg zu gehen und ich gleichzeitig immer älter werde und Sorge habe, dass ich diesen Weg eventuell irgendwann nicht mehr gehen könnte, habe ich mich entschlossen Sie zu fragen, ob Sie mich diesen oder nächsten Sommer für drei Monate freistellen würden. Damit für meine Arbeit gesorgt ist und das Unternehmen keine Nachteile hat, habe ich mir Gedanken gemacht, die ich gern vorstellen würde. Doch als erstes würde ich gern wissen, wie es Ihnen mit meiner Bitte prinzipiell geht und ob Sie bereit wären mit mir nach Möglichkeiten diesbezüglich zu suchen?


Schwarzwälder-Kirsch-Torte

Stellt euch vor, ihr kommt von einem 3 monatigen Retreat in Indien zurück und ihr seid so richtig ausgehungert, weil ihr schon lange nichts mehr gegessen habt, was euch richtig gut schmeckt.

Nun seid ihr zum Kaffeetrinken eingeladen und es gibt Schwarzwälder-Kirsch-Torte (euer absoluter Lieblingskuchen und ihr könntet die ganze Torte allein aufessen), aber…

Ihr zählt, es sind mit euch 12 Personen im Raum, also schaltet euer Gehirn sofort und sagt euch, es ist ein Stück für jeden da (das nennt man leider auch manchmal soziale Kompetenz).

Das Traurige an der Sache ist, dass wir nun oft nicht mehr äußern, dass wir am liebsten 5 Stücke essen würden, weil wir glauben wir dürfen das nicht oder wir seien sonst nicht sozial kompetent.

Wie schade, denn…

… vielleicht essen manche Leute ihr Stück nur anstandshalber, um die Gastgeberin nicht zu verletzen, obwohl sie Schwarzwälder-Kirsch-Torte hassen.

… vielleicht würden manche ihr Stück zwar essen, aber sie hätten viel größere Freude daran zuzusehen mit wie viel Genuss du ein Stück nach dem anderen verdrückst.

Noch schlimmer wird’s wenn wir glauben, für die anderen denken zu müssen: „Also die dahinten sieht so verhungert aus, die MUSS ihr Stück essen…“

Wir haben Sorge, dass die anderen nicht für sich sorgen und glauben deshalb, wir müssten für sie sorgen … merkt ihr wie kompliziert es wird?

Wie leicht wäre es doch, einfach zu sagen: „Dies wäre mein Optimum (zum Beispiel 5 Stücke), was meint ihr dazu?“
Quelle: Beate Ronnefeldt

 

 

 

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