381/2019 Unerwartete Wendungen

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

hier ist der Coachingbrief für diese Woche.

Herzliche Grüße aus Jena und Bielefeld
Anja Palitza & Olaf Hartke


Thema: Unerwartete Wendungen

Zitat: „Es sind nie die Tatsachen, die uns beunruhigen und ärgern, es sind immer unsere eigenen Bewertungen.“ (Marshall Rosenberg)

Beispiel: Ich sitze in einer Veranstaltung und im Publikum klingelt neben mir ein Handy. Die Person geht mit dem klingelndem Handy nach draußen. Ich bemerke einen Ärger aufsteigen, da ich gerade in einem für mich spannenden Moment die Referentin nicht verstehe. Mir sausen folgende Gedanken durch den Kopf: „Die blöden Handys. Immer und überall stören sie. Muss man denn ständig und überall erreichbar sein?“ Dann erinnere ich mich an Gunther Schmidt der folgendes sagte: „Ein Handy ist nur ein Handy. Und wenn es klingelt, dann sendet es Schallwellen aus. Nichts weiter.“

Information: Eine Situation – egal, wie sie ist – ist immer nur ein Auslöser für Gefühle. Unser Gedankensystem und damit wir selbst bestimmt, welche Bedeutung wir diesen Auslösern geben. Der Hypnotherapeut Gunther Schmidt schreibt hierzu: „Jede Realität wird also konstruiert – durch Prozesse der Aufmerksamkeitsfokussierung. Diese geschieht mit unseren fünf Sinnen (visuell, auditiv, kinästhetisch, olfaktorisch, gustatorisch), wobei der weit überwiegende Teil unbewusst und unwillkürlich abläuft.“

Diese Bedeutungs-Gebung ist ein Akt der Bewertung und in vielen Momenten des Lebens hilfreich und wichtig, denn sie macht auf unsere aktuellen Bedürfnisse aufmerksam. Wenn es gelingt achtsam zu bleiben und bewusst zu werden, welche Bedeutungen wir gerade den Auslösern geben und welche Bewertungen damit verknüpft werden, so bleiben wir in der Gestalterrolle unseres Lebens. Wir können uns bewusster entscheiden für das, was wir brauchen.

Zum „Sofort-Üben“: Wie findet die Person aus dem obigen Beispiel in die Gestalterrolle des eigenen Lebens zurück? (Unsere Idee dazu finden Sie am Ende des Coachingbriefes)

Wochenaufgabe: Nutzen Sie doch diese Woche alle Momente in denen Ärger in Ihnen aufsteigt als Wecker in der Art, dass Sie sich sagen: „Ah, da ist er ja wieder. Wunderbar. Auf welche meiner Bedeutungsgebungen will er mich aufmerksam machen? Welche Interpretationen nehme ich als Wirklichkeit an und auf was macht mich diese Interpretation aufmerksam? D.h., welche Bedürfnisse verbinden sich mit der Interpretation?“

Aktuelles: Lange haben wir allen Social-Media-Angeboten getrotzt. Nun sind wir doch aktiv geworden:
https://www.facebook.com/anja.palitza.3
https://www.facebook.com/olaf.hartke

Wer mag, findet da ab und zu auch „alltägliche“ Gedanken zur kommunikativen Gewaltfreiheit in Familie und Beruf. Und natürlich auch zur Gewaltfreiheit im Umgang mit sich selbst.

Termine:

https://www.ab-ins-kloster.de

31.03.2019 Bildungsurlaub auf der Nordseeinsel Baltrum (ausgebucht, Warteliste)
07.04.2019 Bildungsurlaub auf der Nordseeinsel Spiekeroog (ausgebucht, Warteliste)
26.04.2019 Einführungsseminar Gewaltfreie Kommunikation in Bad Heiligenstadt
19.05.2019 Bildungsurlaub für Führungskräfte am Ammersee im Allgäu
14.06.2019 Einführungsseminar Gewaltfreie Kommunikation in Berlin – 2 ½ Tage
21.09.2019 Einführungsseminar Gewaltfreie Kommunikation in Jena – 2 Tage
06.10.2019 Bildungsurlaub auf der Nordseeinsel Baltrum
19.10.2019 Vertiefungsseminar Gewaltfreie Kommunikation in Arnsberg – 2 Tage
16.11.2019 Vertiefungsseminar Gewaltfreie Kommunikation in Jena – 2 Tage
29.11.2019 Vertiefungsseminar Gewaltfreie Kommunikation in Berlin – 2 ½ Tage

Was sagen Sie zu unserem Coachingbrief?
Wir freuen uns, wenn Ihnen dieser Coachingbrief gefällt und Sie ihn an Interessierte weiterleiten. Neue Leserinnen und Leser können sich hier in den Verteiler für die Mail-ausgabe eintragen:
https://www.coaching-briefe.com

Herausgeber:
Hartke Unternehmensentwicklung GmbH
Dunlopstraße 9, 33689 Bielefeld
Fon: 05205 / 7290525 und Fax: 05205 / 7290527
© Copyright Anja Palitza und Olaf Hartke

Unsere Gedanken zur Sofort-Übungs-Aufgabe:

Ohne dieses Bewusstsein wäre ich meinem Ärger weiter gefolgt mit vielleicht folgenden Gedanken: „Manche Menschen sind so rücksichtslos. Sie weiß doch, dass dies eine Vortragsveranstaltung ist und dass ein Klingeln des Handys einfach stört. Wenn Sie es wenigstens auf Vibration gestellt hätte… Gegenüber der Referentin ist dies außerdem respektlos. Es unterbricht Ihren Gedankenfluss. Es ist eine Frechheit… “

Bei meinem ganzen Ärger hätte ich die nächsten Sätze der Referentin wahrscheinlich auch nicht mitbekommen.

Doch in dem Moment, wo ich mir meines Ärgers bewusst wurde und ich die Entscheidung traf umzufokussieren auf das, was ich aktuell im Moment brauchte (verstehen, was gerade gesagt wurde) konnte ich auch für mein Bedürfnis selbst Sorge tragen. Ich habe die Referentin gebeten, ihren Satz noch einmal zu wiederholen.

In der Kaffeepause bin ich dann zufällig auf die Teilnehmerin mit dem Handy gestoßen. Als sie mich gesehen und als ihre Nachbarin wiedererkannt hatte, hat sie sich bei mir entschuldigt und mir mitgeteilt, dass sie auf einen wichtigen Anruf ihres Arztes gewartet hat. Da mein Ärger zu dieser Zeit nicht mehr nötig und schon längst wieder gegangen war, konnte ich mit Leichtigkeit über das Thema Handy reden und meinen Wunsch, der Referentin folgen zu können, darlegen. Ich fragte sie, ob etwas dagegen gesprochen hätte, das Handy nur vibrieren zu lassen. Sie war ganz überrascht und meinte: „Ich habe noch gar nicht so lange ein Handy und weiß gar nicht, dass es so etwas auch gibt.“

Nun war ich wiederum überrascht. Sie bat mich ich ihr diese Möglichkeit an ihrem Handy zu zeigen. Ein netter Kontakt…

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