367/2018 Vorwürfe hören

Sehr geehrte Leserinnen, sehr geehrte Leser,

hier ist der Coachingbrief für diese Woche.

Herzliche Grüße, diese Woche von uns beiden aus Bielefeld

Anja Palitza & Olaf Hartke

 

Thema: Vorwürfe hören

Zitat: „Was ich in meinem Leben will, ist Einfühlsamkeit. Ein Fluss zwischen mir und anderen, der auf gegenseitigem Geben von Herzen beruht.“ (Marshall Rosenberg)

Beispiel: In einem Buch von Anita Moorjani bin ich (Anja) auf folgende Metapher von Dr. Wayne Dyer gestoßen: „Wenn Sie eine Orange pressen, kommt immer Orangensaft heraus. Es kommt raus, was drin ist. Das trifft auch auf Sie zu: Wenn jemand Sie auspresst, Druck auf Sie ausübt, indem er etwas Kritisches oder wenig Schmeichelhaftes sagt, dann reagieren Sie mit Ärger, Hass, Verbitterung, Anspannung, Depression oder Angst. Was eben in Ihnen ist. Wenn Sie aber Liebe und Freude geben und empfangen wollen, dann müssen Sie Ihr Leben verändern, in dem Sie ändern, was in Ihnen ist.“

Information: Leichter gesagt als getan, oder? Und auch diese Frage kann dabei auftauchen: Will ich überhaupt jemandem, der mich kritisiert, Liebe und Freude entgegenbringen?

Wir sehen es für unser Leben so: Manchmal gibt es herausfordernde Situationen und wir haben selbst die Verantwortung dafür, wie wir in diesen Situationen reagieren und wie wir uns den Menschen gegenüber verhalten, die sie auslösen. Uns beschäftigt dabei diese Frage: Wie können wir Urteile, Abwertungen, sowie Denkweisen von „richtig und falsch“ oder „gut und böse“ verwandeln, so dass Liebe und Freude entstehen und fließen können?

Es ist ein menschliches Bedürfnis, Liebe zu empfangen und Liebe zu geben. Hilfreich ist aus unserer Sicht ein Wissen darüber, wie wir selbst den Fluss der Liebe zwischen uns und anderen Menschen unterbrechen und stattdessen in das trübe Wasser von Rechthaberei, Überhöhung oder Unterwerfung, in Hass und Selbstabwertung und andere Tümpel eintauchen. Und Wissen allein reicht natürlich auch hier mal wieder nicht aus – es will auch angewendet werden.

Wenn wir also gerade mal wieder Urteile über die Menschen haben, die Urteile über uns haben – wie können wir dann diesem Morast, in dem keine Liebe fließt, entkommen und wieder in das klare Wasser der Liebe zurückfinden?

Die Liebe ist ja genauso in uns, nur finden wir in dem Moment des urteilenden Denkens keinen Zugang zu ihr. Wir schätzen an der Gewaltfreien Kommunikation besonders, dass sie uns ein Handwerkszeug gibt, mit dessen Hilfe wir schneller und öfter wieder in die Lage kommen, Liebe empfangen und auch geben zu können – sogar in herausfordernden Situationen.

Zum „Sofort-Üben“: Wie könnten Sie reagieren, wenn Sie einen Vorwurf hören? Sie haben vier Möglichkeiten zur Auswahl. (Unsere Vorschläge finden Sie wie immer ganz unten.)

Wochenaufgabe: Überprüfen Sie in dieser Woche jeden Abend, mit welchen Gedanken und Urteilen über andere Menschen Sie den Tag gerade beenden. Fragen Sie sich auch, ob Sie den Tag tatsächlich so beenden möchten. Falls nicht, dann setzen Sie sich einfach nochmal die Giraffenohren auf.

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Aktuelles: Wenn Sie aus alten behindernden Handlungsmustern aussteigen möchten, dann kommen Sie zu unserem Einführungsseminar Gewaltfreie Kommunikation vom 26.-27. Januar 2018 in Arnsberg. Beginnen Sie, bewusster zu leben und lernen Sie, wie Sie schneller zu sich und anderen eine Verbindung aufbauen können.

Information und Anmeldung

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Die Hohgant-Termine in 2019

22.-26.02.2019 – NEU – zum 10-jährigen Jubiläum auf der Hohgant-Hütte
Exklusiv für Paare – Die Schneeschuhwanderung mit Paar-Themen im GFK-Seminar

Information und Anmeldung

27.02.-03.03.2019 – Wie gewohnt in 10-jähriger Tradition auf der Hohgant-Hütte

Das Leben lieben lernen – Gewaltfrei leben – Die Schneeschuhwanderung für Einzelpersonen und Paare mit allgemeinen Lebens-Themen im GFK-Seminar

Zwei Dinge beschäftigen die meisten Menschen:
Wie kann ich sagen, was ich denke und mir gleichzeitig die Kooperation meines Gegenübers erhalten?
Wenn ich keinen Einfluss auf das Verhalten meines Gegenübers habe, wie kann es mir gelingen, mich selbst nicht zu ärgern?

Information und Anmeldung

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Webinar zum Thema „Systemisch Konsensieren“
Wie können tragfähige Entscheidungen in Gruppen getroffen werden, die mit einer möglichst hohen Akzeptanz aller einhergeht?

Informationen auf diese Frage erhalten Sie in einem Webinar am
Mittwoch, 05.12.2018 um 18.00 Uhr

Zur Anmeldung: https://www.edudip.com/w/312740

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Adventskalender 2019

Es gibt auch dieses Jahr wieder einen GfK-Adventskalender. So erwarten Sie im Dezember an 24 Tagen Kurzimpulse zum Thema Gewaltfreie Kommunikation. Anmeldungen unter folgendem Link möglich:
https://www.gewaltfrei-online.de/advent-anmelden/

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Herausgeber:
Hartke Unternehmensentwicklung GmbH
Dunlopstraße 9, 33689 Bielefeld
Fon: 05205 / 7290525 und Fax: 05205 / 7290527
© Copyright Anja Palitza und Olaf Hartke

 

Unsere Vorschläge: Wenn Sie einen Vorwurf von anderen hören und dabei die Wolfsohren tragen, dann können Sie folgende Haltungen gegenüber der anderen Person haben:

  1. Ich gehe davon aus, dass ich ok. bin und der andere ist es nicht. Mein Gegenüber ist derjenige, der „falsch“ liegt, derjenige, der Unrecht hat, der der Schuldige ist. Ich erkläre der Person, dass sie einem Irrtum unterliegt, wenn sie mir etwas vorwirft.
  2. Ich gehe davon aus, das mit mir etwas nicht stimmt. Ich bin nicht ok, mein Gegenüber ist ok. Die Person ist im Recht, ich habe Schuld und sehe ein, dass der Vorwurf gerechtfertigt ist.

Wenn Sie mit diesen Haltungen in einen Kontakt mit dem Gegenüber treten, mit welchen eigenen Reaktionen können Sie dann rechnen? Vielleicht argumentieren Sie, vielleicht kritisieren Sie oder Sie belehren, befehlen oder Sie bestrafen. Vielleicht entschuldigen Sie sich, bitten um Verzeihung oder sie beschwichtigen möglicherweise.

Wie lange dauert es, bis die Liebe zwischen Ihnen und dieser Person fließt?
Fließt sie sofort oder erst später?

Wenn Sie etwas hören, das mit Wolfsohren wie ein Vorwurf klingt und Sie tragen in dem Moment Giraffenohren, dann hören Sie keinen Vorwurf, sondern Sie hören die Gefühle und Bedürfnisse der anderen Person.

  1. Ich gehe davon aus, dass ich ok bin und die andere Person ist es auch. Ich nehme mir Zeit dafür, herauszufinden, welche Gefühle die Botschaft in mir auslöst und welche eigenen Bedürfnisse plötzlich lebendig sind, wenn ich diese Botschaft höre. Ich entdecke, wie es mir geht und was ich brauche.
  2. Ich gehe davon aus, dass ich ok bin und die andere Person ist es auch. Ich vermute, welche Gefühle die andere Person gerade haben könnte und welche Bedürfnisse bei ihr  lebendig sind, wenn sie mir diese Botschaft sendet. Ich frage mich, wie es ihr geht und was die Person gerade braucht.

Wenn Sie mit diesen Haltungen in einen Kontakt mit dem Gegenüber treten, mit welchen eigenen Reaktionen können Sie dann rechnen? Vielleicht werden Sie stiller, sind zuerst bei sich und spüren nach wie es Ihnen geht, sprechen aus, wie es Ihnen gerade geht, was Ihnen am Herzen liegt, was Ihnen wichtig ist und welche Veränderungen Sie brauchen. Sie machen evtl. Vorschläge, die auch den Anderen miteinbeziehen. Und Sie sprechen aus, welche Gefühle und Bedürfnisse Ihres Gegenübers Sie vermuten.

Mit welcher Wahrscheinlichkeit wird in diesem Fall die Liebe fließen?

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