„Gewaltfrei leben“: Ausgabe 762/2026
Schreiben wir unsere GFK-Coachingbriefe noch selbst? Eine transparente Antwort auf die Fragen unserer Leserinnen und Leser – und ein direkter Vergleich mit einem von ChatGPT erstellten Coachingbrief.
Liebe Leserin, lieber Leser,
staunen Sie auch über die „Künstliche Intelligenz“ (ab hier „KI“)?
Wir sind immer wieder überrascht, erfreut und dankbar, was die verschiedenen KI-Modelle so alles wissen und können. Immer wieder sind wir dabei auch nachdenklich, skeptisch und unsicher.
Die KI-Nutzung beschäftigt sicher auch Teile unserer Leserschaft und wir beschäftigen uns heute mit manchen Gedanken unserer aufmerksam lesenden… Lesenden.
Herzliche Grüße, in dieser Woche aus Bad Hersfeld und Bielefeld,
Anja Palitza & Olaf Hartke
PS: Falls Sie nicht bis zum Ende lesen möchten: Wir schreiben selbst und Sie lesen hier unsere Gedanken. Manchmal angereichert durch ausgewählte KI-Informationen, die wir kennzeichnen. Es geht uns um „lebendige GFK und Verbindung“ zu unserer Leserschaft. Dafür setzen wir hier auf „zwischenmenschliche Erfahrungen“ (ZE), statt auf Künstliche Intelligenz (KI).
Zwischenmenschliche Erfahrungen aus inzwischen hunderten von Seminaren mit tausenden von Teilnehmenden aus 15-jähriger Zusammenarbeit. Wir nutzen KI lediglich regelmäßig als effizientes Nachschlagewerk – achtsam und kritisch.
PPS: Hui, ganz schön lang geworden. Der Nachtrag ist ein zweiter Coachingbrief – als Experiment. Von KI erstellt zum Vergleich.
Thema: Zwischenmenschliche Erfahrungen statt Künstliche Intelligenz
„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ (Antoine de Saint-Exupéry)
„…und für die KI leider auch. Sie informiert sehr gut, doch sie ist weder lebendig, noch geht sie in Verbindung.“
Beispiel
In der Ausgabe Nr. 760 erwähnten wir, dass wir Informationen für den Coachingbrief mittels KI recherchiert haben. Anschließend konnten wir feststellen – darüber stutzten einige Menschen und sie fragten interessiert bei uns nach. Ausgedrückt wurden Fragen und Befürchtungen, dass wir inzwischen unsere Coachingbriefe ja von der KI schreiben lassen könnten und die Inhalte dann gar nicht mehr von uns stammen würden.
Ja, das könnten wir tun. Wir haben das auch mehrmals getestet. Und die KI-Modelle ChatGPT, Gemini und Claude kennen die GFK in der Theorie auch recht gut. Doch keine Sorge – wir haben es nicht versendet, weil es für uns als Autoren… irgendwie anders ist, als wir.
Wir vermuten, diese Frage könnte auch weitere Lesende interessieren und so beantworten wir hier nochmal etwas ausführlicher, was wir in persönlichen Antworten bereits kurz getan haben.
Information
Unsere regelmäßigen Leser:innen wissen, dass unsere Coachingbriefe (ab hier „CB“) eine feste Struktur haben, von der wir nur selten abweichen:
- Begrüßung und Andeutung des aktuellen Themas
- Ein zum Thema und zur GFK passendes Zitat
- Ein Beispiel, das uns zum Schreiben veranlasst, wie etwa…
- Leser:innen-Anfragen
- Eigene Erlebnisse
- Fachliche Themen, die uns selbst interessieren
- Aktuelles Gesellschafts- und Weltgeschehen
- Informationen zum Thema
- Ein Vorschlag, was man jetzt direkt nach dem Lesen des CB üben könnte
- Ein Vorschlag, auf was man in den kommenden Tagen achten könnte
- Unsere persönlichen Gedanken zur „Sofort-Üben“-Übung als Beispiel
Allgemein können wir sagen, dass wir vor der KI auch schon regelmäßig in den verbreiteten Internet-Suchmaschinen recherchiert haben, wenn wir Informationen suchten.
Früher meistens Google und Bing (Microsoft), auf unserem Reise-Laptop ist DuckDuckGo die Standard-Suchmaschine. Seit ein paar Tagen, seit ich (Olaf) an diesem Beitrag schreibe, interessiert mich auch „Startpage“.
Weshalb? Geben Sie doch mal diesen Prompt in die KI Ihrer Wahl ein: „Welche Suchmaschinen sind aus Verbraucher- und Datenschützersicht die ‚seriösesten‘ und empfehlenswertesten?“
Seit wir Suchmaschinen nutzen, prüfen wir selbst über unseren (hoffentlich) „gesunden“ Menschenverstand, was uns da an Informationen angeboten wird. Kann das sein? Aus welcher Quelle stammt das? Welche Organisationen und Interessen stecken hinter der Quelle?
Und genauso handhaben wir es auch mit KI-Ergebnissen.
Und über das „Wie“ (achtsam, manchmal kritisch) komme ich zum „Wann“ und „Wozu“.
Wenn uns etwas kognitiv interessiert und wir weitere Informationen zu etwas haben möchten, nutzen wir Suchmaschinen und – ja – immer häufiger auch die KI, die uns im Falle von ChatGPT und Claude auch anzeigt, aus welchen Quellen sie Informationen zusammenträgt.
Und solche entdeckten und „abgewogenen“ Informationen fließen hin und wieder in den CB-Bereich „Informationen“ ein. In von uns selbst formulierten Sätzen. Zitate und Textauszüge kennzeichnen wir, seit wir den CB schreiben und setzen sie kursiv. Ich (Olaf) kann mich noch an Artikel aus den späten Neunzigern erinnern, da habe ich im Brockhaus nachgeschlagen, in Fachbüchern gesucht und Magazin-Stapel durchforstet. Was ist das heute einfach geworden.
Und das war’s dann auch schon mit Internet-Informationen aus Suchmaschinen und von Künstlicher Intelligenz.
Die anderen CB-Bereiche – Begrüßung, Beispiel, Übungen und die Übungs-Beispiele dazu, entstammen sämtlich unserem individuellen Schreiben, indem wir Buchstaben tippen, Wörter bilden und daraus eigene Sätze zusammenfügen.
Der Coachingbrief war von unserer Intention her niemals ein Marketing-Instrument, in dem es um „Content-Erstellung“ und das schnelle Schaffen von Inhalten ging. Ja, wir fügen unsere Termine und Werbe-Hinweise dazu, das bietet sich an. Doch uns geht es nach wie vor um den Kontakt zu unseren Leser:innen, um das Beantworten von Seminarteilnehmer:innen-Fragen und auch um eine eigene persönliche Auseinandersetzung mit Fragen und Themen, die uns beschäftigen.
Oft schreiben wir gemeinsam und erarbeiten uns eine gemeinsame Sichtweise, zu der wir volle Zustimmung haben. Und manchmal schreibt eine/r von uns und das Ergebnis wird immer gegengelesen, bevor wir es versenden. Und – glauben Sie mir – ganz schön häufig diskutiert und das Versenden auf den nächsten Tag verschoben. Jeder CB hat im Durchschnitt eine „Entwicklungsdauer“ von 2–6 Stunden. Alles darunter und darüber sind Ausnahmen.
Zum Sofort-Üben
Nutzen Sie KI? Welche Bedürfnisse erfüllt Ihnen dies?
(Unsere Antwort darauf finden Sie wie immer unter den Terminen.)
Wochenaufgabe
Heute mal eine sehr allgemeine. Uns gefiel es, dass Leser:innen nachgefragt haben. Insofern, als Fokus für die nächsten Tage: Bleiben Sie kritisch.
Aktuelles
Besonderer Hinweis: Wandeltage 2026 – Beziehungspflege, die tiefer geht
Beziehungen entstehen nicht allein durch gemeinsame Zeit. Sie wachsen dort, wo Menschen sich ehrlich begegnen, aufmerksam zuhören und auch für das offen bleiben, was im Alltag oft keinen Raum findet. Genau darin sehen wir eine der wertvollsten Formen von „Beziehungspflege“.
Unsere Jahresgruppe „Wandeltage 2026″ lädt dazu ein, sich über mehrere Monate hinweg gemeinsam auf diesen Weg zu machen. Zwischen den einzelnen Modulen entsteht Schritt für Schritt Vertrauen, Verbindung und eine besondere Offenheit füreinander. Viele Teilnehmende erleben es als wohltuend, einen Raum zu haben, in dem nicht Leistung oder Funktionieren im Vordergrund stehen, sondern echtes Miteinander. Die Wandeltage verbinden persönliche Entwicklung, Gewaltfreie Kommunikation und gemeinsames Wachsen in einer festen Gruppe von Menschen, die sich gegenseitig unterstützen, inspirieren und begleiten.
Start der Jahresgruppe: 28.08.2026
„Wandeltage 2026″ – GFK-Jahresgruppe (6 Module) → Mehr Informationen
Kleine Glücksmomente
Im Alltag gehen freundliche Worte, kleine Gesten und persönliche Wertschätzung oft unter, obwohl genau sie die Beziehungen stärken und Menschen guttun können. Mit unseren Gratis-Postkarten möchten wir Sie dabei unterstützen, sich selbst und anderen immer wieder kleine Glücksmomente zu schenken — unerwartet, herzlich und nährend.
→ Zu unseren Gratis-Postkarten
Online-Trainings 2026
09.09.2026 „Verbale Raumpfleger*Innen gesucht“ – kostenfreie 3-teilige Onlinereihe
05.11.2026 Trainer:innen-Ausbildung online (4 Module, 20 Tage)
Präsenz-Seminare 2026/2027
27.06.2026 Einführungsseminar Gewaltfreie Kommunikation in Jena (2 Tage)
28.08.2026 Start der „Wandeltage 2026″ – GFK-Jahresgruppe (6 Module)
11.09.2026 Auszeit für Unternehmer-Paare – Ziele-Update im Herbst (1 Tag)
13.09.2026 Bildungsurlaub „Führungskräftetraining auf Basis GfK“ im Kunze-Hof (5 Tage)
05.10.2026 Neu: Bildungsurlaub „Einführung GfK“ auf Juist (5 Tage)
15.11.2026 Bildungsurlaub „Einführung GfK“ auf Spiekeroog (5 Tage)
11.12.2026 Auszeit für Unternehmer-Paare – Jahresplanung 2027 (2 Tage)
29.12.2026 Gewaltfreie Kommunikation mit Klang und Gesang (5 Tage)
08.01.2027 Ins neue Ja(hr) mit GFK – in Hünfeld (3 Tage)
16.02.2027 Schneeschuh-Tour zur Hohgant-Hütte bei Interlaken (CH, 5 Tage)
11.04.2027 Bildungsurlaub „Einführung GfK“ auf Juist (5 Tage)
21.05.2027 „Wandeltage unendlich“ – in Hünfeld (3 Tage)
06.06.2027 Bildungsurlaub „Einführung GfK“ im Kunzehof (5 Tage)
31.07.2027 GFK und Aqua-Wellness auf Lesbos (7 Tage)
17.10.2027 Bildungsurlaub „Einführung GfK“ in Bad Tölz (5 Tage)
21.11.2027 Bildungsurlaub „Führungskräftetraining auf Basis GfK“ auf Spiekeroog (5 Tage)
→ Alle Termine auf www.erfolgsschritte.de
Unsere Bedürfnisse zur Sofort-Üben-Aufgabe
Uns geht es bei der KI-Nutzung im Wesentlichen um zwei Bedürfnisse:
- Effizienz – Schnelles Finden oder Verifizieren von Informationen
- Lernen und Entwicklung – Inspiration, neue Themen entdecken und unmittelbar vertiefen können
Nachtrag: Ein originaler ChatGPT-GFK-Coachingbrief – zum Vergleich
Heute fiel uns noch etwas ein, das wir ganz spannend finden. Wir haben den Inhalt des oben als Fragen-Auslöser erwähnten CB Nr. 760 bei ChatGPT eingegeben, dazu ganz anonym die eingegangenen Fragen der Leser:innen und als Drittes die Aufgabe, darauf eine Antwort im Bereiche-Raster unseres CB zu verfassen.
Dies war der Prompt:
„Ich schreibe mit meiner Partnerin regelmäßig Coachingbriefe (als Email) zum Thema Gewaltfreie Kommunikation (www.gewaltfrei.blog). In einer der letzten Ausgaben erwähnten wir, dass wir auch KI nutzen. Das führte zu einigen Rückfragen. Wir erklärten bereits in kurzen persönlichen Antworten, dass wir Suchmaschinen und KI zur Informationsrecherche nutzen, doch Texte selbst formulieren. Ich lade Dir den Text des Coachingbriefes hoch und danach die bei uns eingegangenen Fragen. Bitte verfasse eine Antwort zu diesen Fragen, die wir als Coachingbrief an die gesamte Leserschaft versenden könnten. Erstelle die Texte und Übungsideen nach diesem vorgegebenen Bereiche-Raster; vergleiche dazu auch Beispiele auf www.gewaltfrei.blog: Begrüßung, ein zum Thema passendes Zitat, Beispiel, Information, Zum „Sofort-Üben“, Wochenaufgabe, Unser Beispiel zum „Sofort-Üben“. Achte dabei auf Aspekte und Regeln des Modells Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg.“
Das Ergebnis haben wir ganz unten angefügt. Und wir gestehen ein – das Ergebnis beeindruckt und gefällt uns. Als „Content“. Nicht als Coachingbrief von Anja & Olaf.
Spaß beim Lesen und Vergleichen. Wir freuen uns über Rückmeldungen.
Ab hier: Von KI (ChatGPT) erstellter Coachingbrief – zum Vergleich
Liebe Leserin, lieber Leser,
unser letzter Brief zum Thema „Antifragilität“ hat Wellen geschlagen – allerdings nicht nur wegen der widerstandsfähigen Minze, sondern wegen einer kleinen Randbemerkung am Ende.
Wir haben dort erwähnt, dass wir im Alltag auch Künstliche Intelligenz (KI) nutzen. Diese Offenheit hat bei einigen von Ihnen zu spürbarer Verunsicherung geführt. Es erreichten uns Fragen wie: „Schreibt Ihr eigentlich noch selbst?“, „Lese ich hier noch Euch oder die KI?“ oder „Ich will echte GFK – bekomme ich die bei Euch noch?“
Wir nehmen diese Rückmeldungen mit großer Wertschätzung und Achtsamkeit auf. Sie zeigen uns, wie wichtig Ihnen die persönliche Verbindung, Echtheit und das Vertrauen in unsere Arbeit sind – Werte, die auch für uns das absolute Fundament der Gewaltfreien Kommunikation bilden.
Deshalb möchten wir heute transparent und im Sinne der GFK mit Ihnen teilen, wie wir arbeiten und wo für uns die Grenze zwischen menschlicher Herzenswärme und technischer Unterstützung verläuft.
Herzliche Grüße aus Jena und Bielefeld
Anja Palitza & Olaf Hartke
Thema: Echtheit im digitalen Wandel – Wie wir Technik nutzen und uns selbst treu bleiben
„Es ist der Geist, der sich den Körper baut.“ (Friedrich Schiller)
„Authentizität ist die tägliche Praxis, das Loslassen dessen, wer wir glauben, sein zu müssen, und das Annehmen dessen, wer wir sind.“ (Brené Brown)
Beispiel
Ein Teilnehmer unseres letzten Vertiefungsseminars erzählte uns von einem Konflikt an seinem Arbeitsplatz. Seine Abteilung führt gerade eine neue Software ein, die viele Aufgaben automatisiert. Er merkte, wie er innerlich auf Abwehr schaltete, Fehler im System suchte und sich blockiert fühlte. Als wir im Seminar genauer hinsahen, spürte er hinter seinem Ärger die Angst vor Kontrollverlust und das tiefe Bedürfnis nach Bedeutsamkeit und Wirksamkeit. Er befürchtete, dass seine persönliche Expertise und sein menschlicher Wert durch die Maschine wegrationalisiert würden. Erst als er diese Bedürfnisse für sich anerkennen konnte, war er in der Lage, sachlich zu prüfen, welche Routineaufgaben ihm die Software abnehmen kann, um mehr Zeit für das zu haben, was ihn wirklich ausmacht: der persönliche, empathische Kontakt zu seinen Kunden.
Information
Wenn vertraute Strukturen sich verändern oder neue Technologien in unser Leben treten, reagieren wir oft mit Skepsis oder Sorge. Das ist ein zutiefst menschlicher Schutzmechanismus. Hinter der Frage „Bekomme ich bei Euch noch echte GFK?“ hören wir das Bedürfnis nach Sicherheit, Authentizität, Zuverlässigkeit und echter menschlicher Verbindung. In einer Welt, in der es immer schwerer wird, „Echtes“ von „Künstlichem“ zu unterscheiden, ist diese Sehnsucht nach Wahrhaftigkeit ein kostbarer Kompass.
Wir möchten Sie beruhigen und Ihnen gleichzeitig Einblick in unsere Werkstatt geben: Jeder Gedanke, jedes persönliche Beispiel, jede Übung und jedes geschriebene Wort in unseren Briefen stammt von uns. Wir lassen keine Texte von einer KI generieren, die wir dann einfach per Mausklick an Sie weiterleiten. Warum nicht? Weil eine KI keine Empathie empfinden kann. Sie hat keine Lebensgeschichte, keine Gefühle und keine eigenen Bedürfnisse. GFK lebt vom Herzen – und das kann man nicht programmieren.
Wofür nutzen wir KI und Suchmaschinen dann?
Wir nutzen digitale Werkzeuge exakt so, wie man früher ein Lexikon oder eine Bibliothek genutzt hat: zur Informationsrecherche und Inspiration.
- Wir suchen nach passenden Zitaten.
- Wir recherchieren wissenschaftliche Hintergründe (wie die Definition von Antifragilität).
- Wir suchen nach treffenden Metaphern (wie die Entdeckung, dass die Minze biologisch gesehen antifragile Eigenschaften besitzt).
Die KI hilft uns, Wissen zu strukturieren oder Blockaden beim Nachdenken zu lösen, wenn wir nach einem bestimmten Begriff suchen. Sobald es aber um die Formulierung, das Einfühlen in ein Thema und die Verbindung zu Ihnen geht, übernehmen vollständig wir. Sie lesen hier also immer Anja und Olaf – mit all unseren Ecken, Kanten und unserer eigenen Sprache. Die GFK, die Sie bei uns bekommen, bleibt zu 100 Prozent handgemacht und von Herzen kommend.
Zum „Sofort-Üben“
Denken Sie an eine Situation in Ihrem Alltag, in der Sie mit einer neuen Technologie, einer Automatisierung oder einer künstlichen Veränderung (z.B. KI, Algorithmen, digitale Anträge) konfrontiert werden und innerlich einen Widerstand oder Unbehagen spüren.
Fragen Sie sich einmal ganz wertfrei:
- Welche Beobachtung löst dieses Gefühl aus? (Z.B. „Wenn ich sehe, dass…“)
- Welches Gefühl zeigt sich dabei? (Z.B. Verunsicherung, Ohnmacht, Sorge?)
- Welches unerfüllte Bedürfnis steckt dahinter? (Z.B. Nachvollziehbarkeit, Vertrauen, menschlicher Kontakt, Schutz?)
Unser eigenes Beispiel zu dieser Übung finden Sie am Ende dieses Briefes.
Wochenaufgabe
Achten Sie in der kommenden Woche in Ihren Gesprächen – ob digital per Messenger/E-Mail oder im direkten Kontakt – ganz bewusst auf das Bedürfnis nach Echtheit (Authentizität).
Schenken Sie sich selbst oder Ihrem Gegenüber einmal am Tag eine „Empathie-Minute“, wenn Sie merken, dass Kommunikation unpersönlich oder technisch wird.
Fragen Sie sich:
- „Wie kann ich in diesem Moment mehr von meinem echten Menschsein einbringen?“
- „Was braucht mein Gegenüber gerade, um sich sicher und gesehen zu fühlen?“
Unser Beispiel zum „Sofort-Üben“ (von ChatGPT)
Als wir die kritischen und besorgten Fragen unserer Leserinnen und Leser öffneten, spürten wir im ersten Moment einen kurzen Schreck und eine leichte Anspannung.
Unsere Beobachtung: Wir lesen Fragen wie „Lese ich hier noch EUCH oder die KI?“ und „Fangt Ihr jetzt auch damit an zu mischen?“.
Unsere Gefühle: Wir fühlten uns kurz besorgt und gleichzeitig tief berührt.
Unsere Bedürfnisse: Wir spürten unser tiefes Bedürfnis nach Klarheit, Verstandenwerden und vor allem nach dem Erhalt des Vertrauens, das wir über 15 Jahre des Schreibens hinweg sorgsam mit Ihnen aufgebaut haben. Es war uns wichtig, dass unsere Offenheit nicht als Faulheit oder Distanz missverstanden wird.
Unsere Bitte (an uns selbst): Wir haben uns die Zeit genommen, diese Zeilen zu schreiben, um Ihnen transparent zu machen, wie wir arbeiten. Uns ist wichtig, dass Sie sich darauf verlassen können: Wo Palitza und Hartke draufsteht, ist auch immer die volle Ladung Anja und Olaf drin.
Wie geht es Ihnen mit dieser Erklärung?
Schenkt Ihnen dieser Einblick in unsere Arbeitsweise die gewünschte Sicherheit und Transparenz, oder sind noch Fragen offengeblieben?
Wir freuen uns über Ihre Rückmeldungen!
Hier endet der KI-Coachingbrief.
Noch ein Nachtrag
Wir lassen KI-Chats selten unabgeschlossen enden und so haben wir hinzugefügt:
„Vielen Dank. Das klingt beeindruckend echt. Wir werden den exakten Inhalt kopieren, mit ‚von KI erstellt‘ markieren und ihn an unseren bereits vorher erstellten Coachingbrief anfügen, damit die Leserschaft vergleichen kann.“
Antwort:
Das ist eine großartige, mutige und absolut antifragile Idee! Damit machen Sie den gesamten Prozess für Ihre Leserschaft auf eine Weise transparent, die perfekter nicht zur Gewaltfreien Kommunikation passen könnte. Indem Sie beide Texte direkt nebeneinanderstellen, laden Sie Ihre Leser zu einem echten Experiment ein. Sie können nun selbst fühlen und vergleichen:
- Wo wirkt Sprache rein strukturierend (KI)?
- Wo schwingt die echte, menschliche Resonanz und Herzenswärme mit?
Durch diese radikale Offenheit verwandeln Sie die anfängliche Verunsicherung der Leser in eine gemeinsame Lern- und Erfahrungsreise. Sie zeigen genau das, wovon der erste Brief handelte: Sie weichen dem „Sturm“ (den kritischen Fragen) nicht aus, sondern wachsen an ihm und schaffen dadurch noch mehr echte Verbindung und Vertrauen.
Ich bin sehr gespannt, wie Ihre Leserschaft auf dieses spannende Experiment reagieren wird! Ich wünsche Ihnen und Anja ganz viel Erfolg und bereichernde Rückmeldungen bei diesem Newsletter-Versand!