489/2021 Mehr Zufriedenheit durch Bedürfnisorientierung und Strategieflexibilität

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

wir haben zu Beginn der Woche ein sechstägiges „Online-Marathon-Training“ überstanden – und genau genommen nicht nur überstanden, sondern es sogar „dankbar und erfüllend erlebt“ – und darüber möchten wir heute ein wenig berichten und unsere Erkenntnisse daraus mitteilen.

Herzliche Grüße aus Jena und Bielefeld
Anja Palitza & Olaf Hartke


Thema: Mehr Zufriedenheit durch Bedürfnisfokussierung und Strategieflexibilität

Zitat: „Wenn das Leben Dir Zitronen gibt, dann mach Limonade draus.“ (Unbekannt)
Bei der Suche nach dem Ursprung des Satzes fand ich noch diese Version, die mir auch gefiel:
„Wenn das Leben Dir Zitronen gibt, dann frag‘ nach Salz und Tequila.“

Beispiel: Über die Ostertage fand das erste Modul der Trainerausbildung von k-training mit uns als Trainern statt. Als im März klar wurde, dass es nicht als Präsenztraining stattfinden können wird, wurden die Teilnehmer informiert, dass wir uns für eine Umstellung auf ein Online-Training entscheiden möchten und baten um Rückmeldung. Zwei Drittel der Gruppe fand das besser, als den Termin zu verschieben, ein Drittel hatte Bedenken und eine Teilnehmerin behielt sich eine Absage nach den ersten Tag vor.

Dazu noch die Info: Das erste Modul ist sechstägig und auch wir hatten bei den Überlegungen zur Umstellung auf ein Online-Format große Bedenken. Die Vorstellung, sechs Tage vor dem Rechner zu verbringen, gefiel uns gar nicht.

Da es in unserem Kalender bis Anfang 2022 jedoch so gut wie keine Möglichkeiten für Terminverschiebungen mehr gibt, waren wir froh, dass die Gruppe auch bei der Umstellung von Präsenz- auf Online-Training vollzählig bleiben würde.

Vier Tage intensive Vorbereitung haben wir gebraucht, um das Seminar-Konzept an die methodischen und didaktischen Erfordernisse und Besonderheiten eines Online-Trainings anzupassen. Dann sind wir am Gründonnerstag optimistisch durch unsere bisherigen Erfahrungen mit ein- bis dreitägigen Online-Trainings und mit Restzweifeln aufgrund der für uns auch neuen Dauer von sechs Online-Tagen in das erste Modul gestartet.

Die Rückmeldungen am Ende des ersten und zweiten Tages waren beruhigend und ließen unsere Restzweifel kleiner werden. Die Rückmeldungen nach dem dritten Online-Tag ließen die Zweifel fast verschwinden; es blieb für uns lediglich die Frage offen, ob die weiteren Tage noch zu einem Stimmungsabfall führen könnten. Die Rückmeldungen nach Tag vier und fünf gaben uns ziemlich starke Sicherheit, dass es sinnvoll war, die Einstiegswoche online abzuhalten.

Und die Rückmeldungen am sechsten und letzten Online-Tag haben uns erfüllt, begeistert, ermutigt und bestärkt in der Überzeugung, dass Online-Trainings nicht nur „Zweite-Klasse-Notlösungen“ in Corona-Zeiten sind.

Wir glauben inzwischen, dass sie auch in der sicher kommenden „nach-Corona-Zeit“ ein vollwertiges und sinnvolles Alternativangebot im Trainings-Markt sein werden, wenn…

Wenn…

Ja, das „Wenn…“ ist in einem Halbsatz nicht leicht zu verdeutlichen und darum geht es um das „wenn“ ausführlich im Info-Teil dieses Coaching-Briefes. 

Information: Wir gehen davon aus, dass es in Zukunft auch dann deutlich mehr Online-Trainings geben wird, wenn die Pandemie mit ihren Corona-Lockdowns und Kontaktbeschränkungen vorüber sein wird.

Wir haben in den letzten Monaten immer wieder erlebt, dass Online-Formate nicht nur B-Lösung sind, sondern eine ganz eigene Daseinsberechtigung haben, wenn… (und hier kommt jetzt auch die Auflösung), wenn man sich sowohl als Trainer, als auch als Teilnehmer

  1. darauf fokussiert, welche Bedürfnisse das gewählte Training eigentlich erfüllen soll und
  2. wenn man dazu bereit ist, eine gewisse Flexibilität bezüglich der Strategien zur Erfüllung zu haben.

Bedürfnisfokussierung und Strategieflexibilität – was meinen wir damit?

Präsenz- und Online-Trainings sind Strategien zur Erfüllung von Bedürfnissen. Was liegt Menschen am Herzen, welche Bedürfnisse möchten sie sich erfüllen, wenn sie ein Training buchen? Überlegen Sie selbst einmal für sich oder schauen Sie unten, am Ende des Coachingbriefes bei unseren Gedanken zum Sofort-Üben. Dort haben wir drei Fragen zu möglichen Bedürfnissen formuliert.

Blickt man auf diese grundlegenden Bedürfnisse (Frage 1), die Trainings erfüllen sollen, dann sind mit einer gewissen Strategie-Flexibilität sowohl Präsenz- als auch Online-Trainings gleichermaßen zielführend.

Kommen wir zum Unterschied unter Frage 2 – was erfüllen Präsenztrainings zusätzlich?
Ja, diese Bedürfnisse werden im Online-Training nicht erfüllt.

Und noch ein Blick auf andere Bedürfnisse unter Frage 3 – welche Bedürfnisse erfüllen Online-Trainings zusätzlich?
Hey – da gibt es auch Vorteile.

Wenn man jetzt nochmal genau nachspürt, um welche Bedürfnisse es beim Gedanken an Trainings geht, dann stellt man vielleicht fest, dass die wesentlichen Bedürfnisse in beiden Formen erfüllt werden können. Zusätzlich erfüllen sich vielleicht weitere Bedürfnisse aus der Frage 3.

Ist man eher fokussiert auf die Bedürfnisse unter Frage 2, dann ist ein Online-Training sicherlich nicht die geeignete Strategie – oder nur bedingt geeignet. Denn die Bedürfnisse unter Frage 2 könnte man sich parallel zu einem Online-Training auch anderweitig erfüllen. Sicherlich unter den Corona-Bedingungen auch nur eingeschränkt, doch in der Familie oder im engen Freundeskreis wäre das auch möglich.

Wir glauben, viele Seminarteilnehmer entdecken gerade, dass der Gedanke oder die Überzeugung, „Seminare funktionieren nur als Präsenzveranstaltung gut.“, sich auch als Irrtum erweisen kann.

Und außerdem gilt: Präsenztrainings bleiben unsere erste Wahl, weil uns der direkte Kontakt zu Menschen wichtig ist. Online-Begegnungen sind erfüllend, noch umfassender erfüllend sind Präsenz-Begegnungen. Die Frage ist immer wieder – und das gilt auch für andere Entscheidungs-Situationen im Leben: Was ist mir wirklich, wirklich wichtig? Was sind die zentralen und wesentlichen Bedürfnisse, die ich mir mit dieser oder jenen Idee erfüllen möchte?

Und in zweiter Linie – was sind lediglich Optimierungen, die „nice-to-have“-Zusätze, die auch oft dabei sind, aber vielleicht nicht zwingend dabei sein zu brauchen, wenn es mir um das Wesentliche geht?

Und was könnten bei einer „unbequemen“ Wahl auch die überraschend auftauchenden Geschenke sein, die ich auch wertschätzen kann? (Im Beispiel Online-Trainings die gesparten Zeit- und Geldressourcen, der Familienkontakt, die gewohnte heimische Umgebung.)

Mit Bedürfnisfokussierung und Strategieflexibilität sind unseres Erachtens auch unter Corona-Umstände einige Dinge möglich, die man sonst „optimiert gestaltet“. Doch nur weil Dinge nicht so möglich sind wie gewohnt, bedeutet das nicht, dass das Wesentliche auch ausfallen muss. Und wenn wir uns das Wesentliche erfüllen können, bedeutet das für uns mehr Zufriedenheit, als Dinge ganz sein zu lassen. 

Zum „Sofort-Üben“: Die Übungsaufgabe finden Sie heute oben im Text und unsere Gedanken dazu wie immer am Ende des Coachingbriefes.

Aktuelles

Wandeltage 2021
Eine weitere Anmeldung in der letzten Woche: Zwölf Teilnehmer. Zwei Plätze sind noch frei. Gesellen Sie sich dazu und machen Sie das Jahr 2021 zu Ihrem Wandeljahr.
Start ist nach erneuter Lockdown-Verlängerung voraussichtlich nun am Wochenende 07.-09. Mai 2021 im Kloster Donndorf.

Weitere Seminare
03.07.2021 GfK-Tage in Erfurt                                                                        2 Tage
17.07.2021 Einführungsseminar Gewaltfreie Kommunikation in Jena                      2 Tage
09.10.2021 Vertiefungsseminar Gewaltfreie Kommunikation in Jena                      2 Tage
24.10.2021 Bildungsurlaub Einführung GfK auf der Nordseeinsel Spiekeroog         5 Tage
14.11.2021 Bildungsurlaub Einführung GfK am Jadebusen bei Wilhelmshaven        5 Tage

Save the date: LeserInnen-Treffen an den Helfensteinen am 23. Juli 2021
Im Sommer feiern wir 11-jähriges Bestehen unserer Trainer-Zusammenarbeit. Diesen Tag wollen wir nicht im stillen Kämmerlein verbringen. Wir träumen mal… Ein großes Coachingbrief-LeserInnen-Treffen. Und wenn nur 1-2% von Ihnen dabei wären – dann wären wir mit etwa 20-40 Personen zusammen. Eine weitere alte Idee will umgesetzt werden: Die Helfensteine. Ein magischer Ort, nicht nur für uns. Und geographisch ziemlich zentral in Deutschland. Infos folgen…

Save the date: Hohgant im Sommer erleben – Vom 10.-14. August 2021
Da unsere Schneeschuhtour im Februar in der Schweiz nicht umsetzbar war, doch ein Jahr ohne Hohgant-Hütte bei uns zu schlimmen Entzugserscheinungen führen würde, haben wir den August-Termin geplant. Wir freuen uns schon riesig darauf. Es war schon immer ein Wunsch von uns, das Hohgant-Massiv mal im Sommer zu besteigen. Seien Sie dabei und verbinden Sie das Lernen Gewaltfreier Kommunikation mit Wandern in grandioser Kulisse im Naturpark Berner Oberland.

Weiteres finden Sie auf unserer Website:
https://erfolgsschritte.de/seminare-trainings/termine.php

Es sind noch nicht alle Informationen zu den Seminaren aktualisiert; fragen Sie direkt bei uns nach, wenn Sie konkrete Fragen dazu haben.

Herausgeber:
Hartke Unternehmensentwicklung GmbH
Dunlopstraße 9, 33689 Bielefeld
Fon: 05205 / 7290525 und Fax: 05205 / 7290527
http://www.ab-ins-kloster.de
© Copyright Anja Palitza und Olaf Hartke

Unsere Gedanken zum Sofort üben:

  1. Welche Bedürfnisse möchten Menschen sich erfüllen, wenn sie ein Training buchen?
    (Bedürfnisse, die sich durch Präsenz- und Online-Trainings gleichermaßen erfüllen.)
    Etwas Neues entdecken, Lernen, Weiterentwicklung, private und/oder berufliche Probleme lösen, Austausch, Kontakt, Verbindung
  2. Welche Bedürfnisse erfüllen Präsenz-Trainings außerdem, die Online-Trainings eher weniger erfüllen?
    Umfassende Sinneseindrücke zum Gegenüber (Mimik, Gestik, Körperhaltung, nuancierte Stimmenwahrnehmung, ggfls. Geruch),
    Körperkontakt (freundschaftliche Umarmung, kurze Berührungen)
    Auszeit von der gewohnten Umgebung (Ortswechsel, Distanz zur Familie)
  3. Welche Bedürfnisse erfüllen Online-Trainings außerdem, die Präsenz-Trainings weniger erfüllen?
    Sparsamerer Umgang mit finanziellen Ressourcen (Übernachtungskosten, Verpflegungskosten, Reisekosten),
    Sparsamerer Umgang mit Zeit (keine An- und Abreise-Zeiten),
    Aufenthalt in der Familie (Zeitweiser Kontakt bleibt möglich, Kinderbetreuung, Altenpflege)
    Gewohnte heimische Umgebung (individuelle Ernährung, Wohlfühl-Möbel)

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