435/2020 Solidarität und die Krise als Entwicklungsbeschleuniger

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser,

neben effektheischenden Schlagzeilen zur aktuellen Corona-Situation sichert sich nach unserer Beobachtung ein uns sehr wichtiger Begriff immer deutlicher seinen Platz im medialen Wettbewerb um die Gunst der Aufmerksamkeit: Solidarität.

Darauf wollen wir mit dem heutigen Coachingbrief einen vertiefenden und ermutigenden Blick werfen.

Herzliche Grüße, heute von uns beiden aus Jena

Anja Palitza & Olaf Hartke

PS: Beachten Sie heute unsere Angebote am Ende des Coachingbriefes. Schnelligkeit zahlt sich aus…

PPS: Und vielleicht haben Sie Lust, ihn weiterzuleiten. Dann können auch andere davon profitieren.

 

Thema: Solidarität und die Krise als Entwicklungsbeschleuniger

Zitat: „Wir werden durch Corona unsere gesamte Einstellung gegenüber dem Leben anpassen – im Sinne unserer Existenz als Lebewesen inmitten anderer Lebensformen.”

(Slavoj Žižek, aus Slowenien stammender Autor von über 60 Büchern, die in mehr als 40 Sprachen übersetzt wurden und einer der bekanntesten Philosophen der Gegenwart.)

Beispiel: Beispiele für aktuelle Solidaritäts—Aktionen findet man mithilfe der Suchmaschinen im Netz recht schnell. Hier unsortiert, in der Reihenfolge des Findens eine ganze Liste:

  • Borussia Dortmund unterstützt Dortmunder Gastronomie-Betriebe mit einer Spendenaktion;
  • Acht deutsche Musiker, darunter Max Giesinger, Nico Santos, Lea und Alvaro Soler geben ein kostenloses„#Wirbleibenzuhause-Festival“ vom heimischen Wohnzimmer aus und streamen es auf Instagram.
  • Der Lions-Club Ludwigsburg überreicht am Eingang der Notaufnahme des Ludwigsburger Krankenhauses um die Mittagszeit 60 Pizzen für das medizinische Personal.
  • Die Einzelhandels-Kette „Netto“ spricht in einer Werbeanzeige Dank und Wertschätzung an ihre Mitarbeiter aus, die gerade Besonderes leisten – und erwähnt in der Anzeige auch, dass das gleichermaßen für die Mitarbeiter der Mitbewerber Aldi, Lidl, Penny, Edeka, Rewe und Co gilt.
  • Allerorten gründen sich Nachbarschafts-Solidaritäts-Gemeinschaften. Freiwillige gehen Einkaufen, beaufsichtigen Kinder, erledigen Botengänge und stehen auf Anfrage bereit. Mehr Infos dazu unter dem Hashtag #NachbarschaftsChallenge.
  • Kirchen streamen ihre Gottesdienste verstärkt und bieten über das Internet auch Seelsorge an.
  • In Köln, Leipzig, Hamburg und weiteren Städten stellen sich Bürger nach italienischem Vorbild abends an ihre offenen Fenster und applaudieren, um mit dieser Geste „Corona-Helden“ (Ärzten, Sanitätern, Krankenpflegern) zu danken.
  • Das Projekt „Gutscheine statt Klopapier“ ist als bundesweite Kampagne gestartet und ist ein Hilferuf für die stark betroffene Gastro-Branche. Spender können sich in beliebiger Höhe einen Gutschein runterladen, über Paypal bezahlen und in coronafreier Zeit in ihrem Lieblingslokal einlösen.
  • Der Wohnungsvermieter Stefan Reuther aus der Region Nürnberg geht mit gutem Beispiel voran – er kürzt gegenüber seinen Mietern ungefragt seine Mieten um 50%. Weitere Vermieter rufen inzwischen bundesweit auf, betroffenen Mietern die Miete zu erlassen.
  • 121 deutsche Kunstsammlungen kann man virtuell über Google Arts & Culture besuchen.
  • Das Start-up-Unternehmen „Tictoys” schickt kostenlos Holzspielzeuge an Kinder in Quarantäne.
  • Weil in Essen eine Messe abgesagt wurde, benötigte die Bemis GmbH gebuchte Hotelzimmer nicht mehr und spendete Obdachlosen eine Nacht im Hotel. Es sei seit Jahrzehnten das erste Mal gewesen, dass er in einem richtigen Bett geschlafen habe, berichtete ein Obdachloser.

Mit mehr Zeit vor dem Rechner ließen sich viele weitere Beispiele finden.

Auch die UN ist inzwischen auf die Aktionen aufmerksam geworden und berichtet darüber:
https://unric.org/en/covid-19-europeans-are-no-longer-walking-alone/

Information: Ein Kriterium für Gewaltfreiheit ist nach Marshall Rosenberg, die eigenen Bedürfnisse nicht wichtiger zu nehmen, als die Bedürfnisse anderer Menschen. Insofern ist für uns Solidarität ein wichtiger Wert. Wir schätzen es sehr, wenn Menschen füreinander einstehen und sich gegenseitig unterstützen.

Was wir sehr beruhigend und erfreulich finden ist die Tatsache, dass die Solidarität, die wir heute beobachten können, nicht allein durch die Corona-Krise ausgelöst wurde. Der Wissenschaftler Heinz Bude lehrt an der Universität Kassel Makrosoziologie und stellt in allen westlichen Gesellschaften seit sechs bis acht Jahren die Tendenz des Rückzugs auf kleinere Einheiten, verbunden mit der Suche nach Sicherheit fest: „Die Gesellschaften fangen an, sich auf sich selber zu besinnen und Solidaritätsräume zu definieren.“

Auch wenn vielen Menschen nun eine Existenzkrise durch Pleiten, Insolvenzen und Arbeitslosigkeit droht, gehen Experten aber davon aus, dass die Krise auch positive Effekte für die Gesellschaft haben wird. Solidarität könnte künftig attraktiver sein, als die Ergebnis-Maximierung.

In seinem Artikel „Die Welt nach Corona“ schreibt Zukunftsforscher Matthias Horx, dass sich das Verhältnis zwischen Technologie und Kultur verschieben wird: „Vor der Krise schien Technologie das Allheilmittel, Träger aller Utopien. Kein Mensch – oder nur noch wenige Hartgesottene – glauben heute noch an die große digitale Erlösung. Der große Technik-Hype ist vorbei. Wir richten unsere Aufmerksamkeiten wieder mehr auf die humanen Fragen: Was ist der Mensch? Was sind wir füreinander?“

Vielleicht ist die Solidarität, die wir heute rasant zunehmend beobachten können gleichzeitig ein Vorbote und auch eine wichtige Grundlage für das, was nach Meinung von Horx schon bald kommen wird: Der Wandel einer menschlichen Zivilisation, die zu schnell und zu überhitzt geworden ist und die sich neu erfinden kann.

Wir wünschen uns, dass möglichst viele Annahmen aus dem Artikel schon bald Wirklichkeit werden. Träumen Sie mit:
https://www.horx.com/48-die-welt-nach-corona/

Wochenaufgabe:

Träumen ist das Eine, es entfacht Sehnsüchte und Handlungsenergie. Danach ist ein durchdachter Plan ganz hilfreich; eine konkrete Strategie zur Umsetzung. Und dann – damit Veränderung tatsächlich geschieht – ist Aktivität, konsequentes Handeln notwendig.

Haben Sie Lust, etwas beizutragen, damit möglichst viele Menschen gestärkt aus der Krise hervorgehen? Dann sind vielleicht die nachfolgenden Gratis-Angebote interessant für Sie.

Aktuelles

Termine im Jahr 2020

Alle unsere Präsenz-Termine sind bis auf weiteres abgesagt. Unser Terminkalender ist bis Ende April leer.

Angebot 1: Live-Webinare zum Kennenlernen und Wissen vertiefen

Bereits im letzten Jahr haben wir mehrfach Webinare (Online-Seminare) zu zwei Themen durchgeführt. Diese Webinare können Sie erneut kostenfrei besuchen und in den folgenden Wochen darauf aufbauend Ihre Kenntnisse zu diesen Themen mit uns vertiefen.

Donnerstag, 26.03.2020 um 9.00 Uhr
Montag, 30.03.2020 um 18.00 Uhr
Die vier Fallen der Kommunikation und wie Gewaltfreie Kommunikation sie vermeiden hilft
Infos und Anmeldung: https://www.edudip.market/w/339668

Freitag, 27.03.2020 um 9.00 Uhr
Dienstag, 31.03.2020 um 18.00 Uhr
Schnell und fair Lösungen finden durch zukunftsfähige Gruppenentscheidungen
Infos und Anmeldung: https://www.edudip.market/w/312740

NEU
Samstag, 28.03.2020 um 10.00 Uhr
Mittwoch, 01.04.2020 um 18.00 Uhr
Praxis: Konflikte lösen mit Gewaltfreier Kommunikation
Konflikte mit dem Partner, den Kindern, den Kollegen oder anderen?
In diesem Live-Webinar mit max. 6 Teilnehmern werfen wir einen Blick auf Ihre Beispiel-Situationen.  Sie bringen die Anwendungs-Fragen mit – wir geben auf Basis des Modells „Gewaltfreie Kommunikation“ Theorie-Input und Praxis-Hinweise, die Sie umsetzen können.
Infos und Anmeldung: https://www.edudip.market/w/356638

Weitere Webinar-Themen zum Thema Gewaltfreie Kommunikation sind in Vorbereitung.

Angebot 2: Coaching-Telefonate zum Kennenlernen mit Olaf Hartke

Bereits seit 2003, als Coaching für die meisten Menschen noch ein Fremdwort war, begleite ich Unternehmer und Führungskräfte in speziellen Lebenssituationen durch Engpässe und unterstütze bei der Gestaltung neuer Wege.

Über 500 Coaching-Aufträge in über 15 Jahren haben mir Ideen, Überzeugungen und Erfahrungen im Umgang mit herausfordernden Situationen vermittelt, die ich an Sie weitergeben kann.

Sehr fest bin ich davon überzeugt, dass die aktuelle Krise gleichzeitig ein Grund und eine  Gelegenheit ist, Altes zu überdenken und ggfls. Neues auf den Weg zu bringen.

„Der frühe Vogel fängt den Wurm.“ – Gleichgültig, ob Sie gerade unüberwindbare Probleme auf sich zukommen sehen oder ob Sie gedanklich schon erste Ideen für etwas Neues bewegen – ein Gespräch darüber kann Ihnen weitere Klarheit geben und Ihnen Wege aufzeigen.

Im Rahmen eines 30-Minuten-Telefonates können Sie mir Ihre Situation schildern und Sie erhalten meine Ideen für die nächsten Schritte. Nutzen Sie diese Chance entweder als „Krisen-Hotline“ oder als „Zukunfts-Werkstatt“.

Zu den nächsten Termin-Möglichkeiten:
https://www.erfolgsschritte.de/telefontermin.php

 

Herausgeber:
Hartke Unternehmensentwicklung GmbH
Dunlopstraße 9, 33689 Bielefeld
Fon: 05205 / 7290525 und Fax: 05205 / 7290527
http://www.ab-ins-kloster.de
© Copyright Anja Palitza und Olaf Hartke

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